Winterreifen im Sommer: Bis zu 10.000 Euro Risiko trotz fehlendem Wechselzwang
Winterreifen im Sommer: Teures Risiko trotz fehlendem Zwang (12.03.2026)

Winterreifen im Sommer: Ein teures Risiko trotz fehlender gesetzlicher Pflicht

In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht, die grundsätzlich von Oktober bis Ostern empfohlen wird. Doch viele Autofahrer wissen nicht, dass die Weiterfahrt mit Winterreifen im Frühjahr und Sommer erhebliche finanzielle Risiken birgt, obwohl Polizei, TÜV und Zulassungsstellen dies nicht explizit verbieten.

Versicherungen können bei Unfällen grobe Fahrlässigkeit annehmen

Zwar übernimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung in der Regel Schäden, die mit Winterreifen im Sommer verursacht wurden. Im Rahmen einer Kaskoversicherung kann die falsche Bereifung jedoch teuer werden. Wenn das Verhalten des Fahrers als grob fahrlässig eingestuft wird, ist es möglich, dass die Fahrzeugversicherung nicht oder nicht vollständig für Schäden am Unfallauto aufkommt.

Insbesondere dann, wenn nachgewiesen wird, dass die Reifen aufgrund sommerlicher Temperaturen an Stabilität verloren haben, kann dies zu erheblichen Kosten führen. Die weiche Gummierung von Winterreifen ist für hohe Temperaturen nicht ausgelegt, was die Sicherheit beeinträchtigt.

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ADAC-Test zeigt alarmierende Ergebnisse

In einem Test hat der ADAC drei verschiedene Winterreifen-Modelle unter sommerlichen Bedingungen mit Sommerreifen verglichen. Die Ergebnisse sind alarmierend: Auf trockener Straße verlängerte sich der Bremsweg aus Tempo 100 km/h mit Winterreifen deutlich. Ein Fahrzeug mit Sommerreifen kam vor einem Hindernis bereits zum Stehen, während das Auto mit Winterreifen noch mit etwa 37 km/h unterwegs war.

Verursacht ein Autofahrer beispielsweise einen Auffahrunfall, kann die Versicherung argumentieren, dass der Unfall nur mit Winterreifen im Sommer geschehen konnte, da sich dadurch der Bremsweg verlängert. In solchen Fällen kann ein Schaden schnell mehr als 10.000 Euro kosten.

Empfehlungen für den sicheren Umgang mit Winterreifen

Der ADAC empfiehlt, rechtzeitig auf Sommerreifen zu wechseln. Wer dennoch abgenutzte Winterreifen weiterfahren möchte, sollte folgende Punkte beachten:

  • Hohe Temperaturen meiden: Winterreifen in der Übergangszeit wie Mai oder Juni zu verwenden, ist weniger kritisch, da die Temperaturen noch nicht konstant hoch sind. Im Hochsommer sind Winterreifen aufgrund hoher Asphalttemperaturen ein Sicherheitsrisiko.
  • Profiltiefe beachten: Winterreifen mit nahezu voller Profiltiefe (über vier bis fünf Millimeter) sollten im Sommer auf keinen Fall weiterverwendet werden. Bei Reifen mit reduzierter Profiltiefe können die Nachteile geringer ausfallen, aber weniger als drei Millimeter Profiltiefe erhöht das Aquaplaning-Risiko.
  • Vermeidung hoher Geschwindigkeiten: Winterreifen sind bei schnellen Fahrten oder hohen Asphalttemperaturen besonders gefährlich, da sie überhitzen können.
  • Besondere Vorsicht bei voller Beladung: Auf Urlaubsreisen mit schwerer Last sind Winterreifen im Sommer kritisch, da hohe Temperaturen und schwere Lasten zu unzureichendem Grip führen.

Zusammenfassend zeigt sich, dass trotz fehlender gesetzlicher Pflicht zum Reifenwechsel die Nutzung von Winterreifen im Sommer nicht nur die Sicherheit gefährdet, sondern auch erhebliche finanzielle Konsequenzen haben kann. Autofahrer sollten daher die Empfehlungen des ADAC ernst nehmen und rechtzeitig auf Sommerreifen umsteigen.

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