Mega-Bauprojekt nimmt Fahrt auf: Warnowquartier in Rostock
Das lang erwartete Großprojekt Warnowquartier in Rostock kommt endlich voran. Die Bürgerschaft hat in ihrer Aprilsitzung die Weichen für die weitere Entwicklung gestellt. Der erste Spatenstich für das neue Stadtviertel am Wasser ist nun für den 13. Juli 2026 terminiert. Das Modellvorhaben auf dem rund 220.000 Quadratmeter großen Gelände am östlichen Ufer der Unterwarnow soll mehr als 2.000 Einwohnern Platz bieten und dringend benötigten Wohnraum schaffen.
Finanzierung und Fördermittel
Die Herstellungskosten des Warnowquartiers werden von der Verwaltung auf rund 57 Millionen Euro geschätzt. Um die Finanzierung zu sichern, sollen fünf Millionen Euro aus den Mitteln für die nicht mehr im Quartier geplanten Theaterwerkstätten sowie rund 2,2 Millionen Euro aus dem Förderbescheid für das ursprünglich vorgesehene Mehrgenerationenhaus in die Erschließung fließen. Die Stadt beantragt zudem eine Verlängerung des Bewilligungszeitraums für Erschließung, Bürgerbeteiligung und wissenschaftliche Begleitung bis Dezember 2028. Fördermittel in Höhe von 32,5 Millionen Euro von Bund und Land Mecklenburg-Vorpommern stehen in Aussicht.
Neues Konzept: Mischung aus Erbbaurecht und Verkauf
Zur Refinanzierung der Erschließungskosten setzt die Verwaltung auf eine Mischvariante. Einige Teilgebiete sollen verkauft werden, während die verbleibenden Grundstücke im Erbbaurecht vergeben werden. Dadurch sollen die Einnahmen der Stadt steigen: Im Jahr 2027 werden zusätzliche drei Millionen Euro erwartet, im Jahr 2028 sogar etwas mehr als vier Millionen Euro.
„Haus der Nachbarschaft“ statt Mehrgenerationenhaus
Das ursprünglich geplante Mehrgenerationenhaus „Buten un Binnen“ in Kombination mit Pflegeheim und Kita wird nicht realisiert, da der Bedarf an Kita-Plätzen gesunken ist. Stattdessen plant die WIRO ein kommunales Hochbauvorhaben unter dem Arbeitstitel „Haus der Nachbarschaft“. Dieses soll gemeinwohlorientierte Flächen im Erd-, ersten Ober- und Dachgeschoss sowie sozialen Wohnraum in den oberen Etagen umfassen. Die Stadt beantragt dafür vier Millionen Euro Fördermittel aus dem bestehenden Bescheid und eine Fristverlängerung bis Ende 2028.
Zeitplan und nächste Schritte
Die Änderungsanträge an den Zuwendungsgeber sollen bis Mitte Mai 2026 eingereicht werden. Der Bund hat eine Entscheidung bis Ende Juni 2026 in Aussicht gestellt, sofern die Frist eingehalten wird. Der erste Spatenstich für die Gründungsarbeiten ist für den 13. Juli 2026 geplant. Rostocks Bausenatorin Dr. Ute Fischer-Gäde (Grüne) betonte, dass das Vorhaben zentrale Herausforderungen der Stadt adressiert: dringend benötigten Wohnraum, die Stärkung der Stadtteile Dierkow und Toitenwinkel sowie die Aktivierung ungenutzter Flächen.



