Das neue Praxisschild mit den Öffnungszeiten ist noch nicht angebracht, doch Lichun Zhang praktiziert bereits im Ärztehaus in der Haselstraße auf dem Güstrower Distelberg. Der 41-jährige Hals-Nasen-Ohren-Arzt hat zum 1. April die Praxis von Petra Ring übernommen. Damit verfügt Güstrow weiterhin über drei HNO-Ärzte.
Neue Herausforderung gesucht
„Ich wollte etwas Neues wagen und suche den engeren Kontakt zu den Patienten“, erklärt Lichun Zhang. Zuvor war er als Oberarzt am Universitätsklinikum Rostock tätig. Neben vielen Operationen im Kopf- und Halsbereich schloss er dort auch seine Habilitation ab, die Forschungsarbeit zum Privatdozenten. Lediglich die Urkunde fehlt noch. Vor etwa einem halben Jahr wurde der Wunsch nach einer Veränderung immer stärker. Er suchte nach HNO-Praxen, die einen Nachfolger benötigten. Da HNO-Ärzte oft noch nicht so alt sind, war es ein Glücksfall, dass Petra Ring ihre Praxis abgeben wollte.
Großes Einzugsgebiet
Zhang und Ring wurden sich schnell einig. Auch zu den anderen HNO-Kollegen in Güstrow besteht guter Kontakt. „Bei ihnen hatte ich mich vorgestellt, bevor ich die Praxis übernahm“, so Zhang. Er hält drei HNO-Praxen in Güstrow nicht für zu viel. Das Einzugsgebiet betrage 150 Kilometer, sodass auch Patienten aus Parchim oder Schwerin kommen. In der Praxis wird weiterhin die klassische HNO-Diagnostik angeboten. „Ich möchte künftig mehr Tumor-Patienten in der Vor- und Nachsorge betreuen“, blickt er voraus. Auch Akupunktur bei Tinnitus oder Schwindel sowie Schlafdiagnostik etwa bei Schlafapnoe oder Schnarchen bietet er an. Dafür hat er entsprechende Geräte angeschafft.
Teilzeit in der Charité
Die Öffnungszeiten sind neu: mittwochs bis samstags. „Montag und Dienstag bin ich in der Charité in Berlin, wo ich als Oberarzt operiere und in die Tumor-Forschung einsteige“, freut sich Zhang auf diese Aufgabe ab Mai. Der Arzt absolvierte sein Medizinstudium in Shanghai, wo er auch aufwuchs. Nach dem Studium arbeitete er sechs Monate am Universitätsspital Zürich, dann vier Jahre an der Universität des Bundesstaates Iowa als Gastarzt und in der Forschung. Anschließend zog es ihn nach Deutschland: erst ans Krankenhaus Oldenburg, dann an die Charité in Berlin, wo er seinen HNO-Facharzt machte. 2021 wurde er Oberarzt am Rostocker Uniklinikum. In Rostock hat er sein Zuhause mit einem großen Grundstück, wo er gärtnert und Tiere wie Enten, Gänse und Kaninchen hält. Das Pendeln nach Güstrow stört ihn nicht. Die Patienten reagieren positiv: „Sie sind froh, dass es an diesem Standort weitergeht“, sagt Zhang.



