Staatliches Tierhaltungslogo kommt: Verpflichtende Kennzeichnung für Gastronomie ab 2027
Ab dem Jahr 2027 wird ein staatliches Logo zur Haltungsform von Nutztieren eingeführt, das nicht nur im Einzelhandel, sondern auch in Restaurants und Kantinen verpflichtend sein soll. Dies geht aus aktuellen Plänen des Bundesagrarministeriums hervor, die eine deutliche Ausweitung der Kennzeichnungspflicht vorsehen.
Mehr Transparenz in der Außer-Haus-Verpflegung
Bisher gab es in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung kaum Informationen zu den Haltungsbedingungen der Tiere, von denen die verwendeten Lebensmittel stammen. „In der Außer-Haus-Verpflegung gibt es üblicherweise nur wenige bis keine Informationen zu den Haltungsbedingungen der Tiere“, heißt es in einem Gesetzentwurf des Ministeriums. Diese Informationslücke soll mit dem neuen Logo geschlossen werden.
Fünfstufiges System von Stallhaltung bis Bio
Das Kennzeichnungssystem umfasst fünf klar definierte Stufen, die von der grundlegenden Stallhaltung (dem gesetzlichen Minimum) bis zur ökologischen Tierhaltung reichen. Dieses System wurde bereits 2023 von der damaligen Ampel-Regierung beschlossen, allerdings wurde der Start auf Anfang 2027 verschoben. Das einheitliche Logo soll sowohl auf Verpackungen als auch auf Speisekarten erscheinen.
Erweiterung auf Importprodukte geplant
Die schwarz-rote Bundesregierung plant zudem, die Kennzeichnungspflicht auf Produkte aus dem Ausland auszudehnen. Ursprünglich waren nur in Deutschland erzeugte Lebensmittel für die Kennzeichnung vorgesehen. Diese Erweiterung soll sicherstellen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auch bei importierten tierischen Produkten über die Haltungsbedingungen informiert werden.
Freiwillige Kennzeichnung existiert bereits
Bereits seit 2019 gibt es eine freiwillige Kennzeichnung der Haltungsform durch Supermarktketten, die ebenfalls mit dem fünfteiligen Stufensystem arbeitet. Diese freiwillige Auszeichnung gilt bereits für Schweine-, Rinder- und Geflügelfleisch und hat sich im Einzelhandel etabliert. Die neue staatliche Regelung wird diese freiwillige Initiative nun durch eine verpflichtende Kennzeichnung ergänzen und auf den Gastronomiebereich ausweiten.
Mit diesen Maßnahmen will die Koalition dem zunehmenden Wunsch der Verbraucher nach mehr Transparenz und Klarheit bei tierischen Produkten nachkommen. Die geplante Kennzeichnung soll es Verbrauchern ermöglichen, bewusste Entscheidungen beim Einkauf und beim Restaurantbesuch zu treffen.



