Pommes, Pizza, Softdrinks – für viele Kinder gehören diese Produkte zum Alltag. Doch genau solche stark verarbeiteten Lebensmittel stehen im Verdacht, die Atemwege zu belasten. Eine spanische Langzeitstudie legt nahe: Wer als Kind besonders viele ultraverarbeitete Lebensmittel isst, erkrankt später deutlich häufiger an Asthma.
Die Sendo-Studie: 691 Kinder im Fokus
Im Rahmen des Sendo-Projekts begleiteten Forscher 691 Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren über mehrere Jahre hinweg, im Durchschnitt rund dreieinhalb Jahre. Die Eltern dokumentierten mittels Fragebögen, was ihre Kinder regelmäßig essen und trinken.
Kinder mit einem besonders hohen Konsum deckten mehr als 30 Prozent ihrer täglichen Energiezufuhr über ultraverarbeitete Lebensmittel wie Softdrinks, Chips, Süßigkeiten, Fast Food oder Fertigpizza. Diese Produkte enthalten oft viel Zucker, Salz, gesättigte Fettsäuren und Zusatzstoffe, aber wenig Ballaststoffe.
34 neue Asthmafälle während der Studie
Jährlich wurde erfasst, ob Asthma oder andere allergische Erkrankungen neu diagnostiziert wurden. Kinder, die bereits zu Beginn betroffen waren, wurden von der Analyse ausgeschlossen.
Während der Beobachtungszeit entwickelten 34 Kinder ein neu diagnostiziertes Asthma. Kinder mit einem besonders hohen Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel hatten laut Studie ein fast vierfach erhöhtes Risiko, später an Asthma zu erkranken. Je höher der Anteil dieser Lebensmittel in der Ernährung war, desto häufiger trat Asthma auf. Die Forscher sprechen von einer möglichen „Dosis-Wirkungs-Beziehung“.
Für Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien oder allergisches Asthma fanden die Wissenschaftler keinen vergleichbaren Zusammenhang.
Zusammenhang, aber kein Beweis
Eltern von Kindern mit einem erhöhten genetischen Allergierisiko griffen laut Studie deutlich seltener zu stark verarbeiteten Lebensmitteln und achteten stärker auf eine bewusste Ernährung. Für die Forscher ist dies ein Hinweis darauf, dass der gefundene Zusammenhang nicht allein durch die Veranlagung erklärbar ist.
Als mögliche Ursachen nennen die Autoren gesättigte Fettsäuren und sogenannte AGEs (Endprodukte der Verzuckerung), die bei starker industrieller Verarbeitung entstehen können. Sie könnten Entzündungsprozesse im Körper fördern, die die Atemwege empfindlicher machen.
Die Forscher betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Sie beweist nicht, dass ultraverarbeitete Lebensmittel Asthma verursachen. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung im Kindesalter.



