Tiergestützte Therapie: Wie Hunde, Katzen und Schnecken heilen helfen
Tiergestützte Therapie: Tiere als Heiler

In der beschützt geführten Abteilung des Bezirkskrankenhauses Passau, einer Außenstelle des Bezirksklinikums Mainkofen, erlebte die Gesundheits- und Krankenpflegerin Isabel Stettin einen besonderen Moment. Im Jahr 2018 brachte sie zum ersten Mal ihren Hund Elfie mit auf die Station. Eine Patientin, die von Demenz gezeichnet war und bisher keine Reaktion gezeigt hatte, begann plötzlich zu lächeln, als der rumänische Straßenhund sich zu ihr setzte. „Dieses Lächeln werde ich nie vergessen. Es kam von weit her und war plötzlich da“, erinnert sich Stettin. Die Frau streckte ihre Hand aus und streichelte den Hund – ein Durchbruch in der Therapie.

Ausbau der tiergestützten Therapie

Das Klinikum hatte bereits vor diesem Erlebnis mit tiergestützter Therapie begonnen. Auf der geschlossenen Station, auf der Menschen behandelt werden, die eine Gefahr für sich oder andere darstellen, zeigte sich schnell, wie positiv Tiere wirken. Seitdem wurde das Angebot kontinuierlich ausgebaut. Heute koordiniert Stettin den Einsatz von fünf Hunden, vier Katzen, zehn Alpakas und 25 Achatschnecken, die die Einrichtung selbst hält. Insgesamt umfasst das Klinikum 27 Stationen mit 592 Betten.

Die besondere Rolle der Achatschnecken

Besonders die Achatschnecken haben sich bewährt. Sie leben in Terrarien auf drei Stationen, was für Säugetiere nicht zumutbar wäre. Die Schnecken sind zehn bis 20 Zentimeter lang. „Lege ich sie auf die Hand, spüre ich ihre Muskelbewegungen und ihre Feuchtigkeit, wie sie meine Körpertemperatur annehmen – und ich kann ihnen zuhören, wenn sie an einem Salatblatt knuspern“, beschreibt Stettin die Erfahrung. Die Berührung mit den Tieren kann beruhigen und manchmal sogar eine Tablette überflüssig machen.

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Warum Tiere einen leichteren Zugang haben

Tiere haben oft einen leichteren Zugang zu Patienten als Menschen. Sie haben sie nicht enttäuscht und sind ehrlich. Dies lenkt die Patienten von negativen Gedanken ab oder löst ihre Zunge. Wenn eine Katze mit ihnen kuschelt, fällt es ihnen mitunter leichter, über ihre Traumata zu sprechen. Die tiergestützte Therapie ist ein wertvolles Werkzeug in der psychiatrischen Behandlung, das die emotionale Kompetenz der Patienten fördert und ihnen hilft, ihre Gefühle besser zu verstehen und zu äußern.

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