Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Deutsche Kontaktperson weiter in Klinik
Hantavirus: Deutsche Kontaktperson in Klinik

Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ hält die Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern weiter in Atem. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde das Virus bislang bei fünf Infizierten nachgewiesen, hinzu kommen weitere Verdachtsfälle. Drei Menschen sind gestorben: ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau.

Deutsche Passagierin in Düsseldorf untersucht

In der Uniklinik Düsseldorf wird derzeit eine 65-jährige Passagierin der „Hondius“ untersucht. Sie wurde zusammen mit zwei erkrankten Crew-Mitgliedern von Bord geholt. Nach Angaben eines Kliniksprechers gibt es bisher keine Hinweise auf eine Infektion bei ihr. Aufgrund der variablen Inkubationszeit seien jedoch weitere Tests nötig, sodass die Schutzmaßnahmen vorsorglich aufrechterhalten werden.

Nach Informationen des niederländischen Außenministeriums hatte die Frau engen Kontakt zu der verstorbenen Deutschen an Bord.

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WHO: Keine Pandemiegefahr

„Dies ist eine ernste Lage, aber die WHO betrachtet das Risiko für die öffentliche Gesundheit als gering“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf. „Dies ist nicht der Beginn einer Pandemie“, betonte die amtierende Nothilfekoordinatorin Maria van Kerkhove. Ein Vergleich mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vor sechs Jahren sei nicht angebracht.

Die „Hondius“ fährt unter niederländischer Flagge. An Bord zeigt derzeit niemand Symptome einer Infektion, so die WHO. Das Schiff hat von den Kapverden Kurs auf Teneriffa genommen, wo alle rund 150 verbliebenen Passagiere und Crew-Mitglieder untersucht und getestet werden sollen. Wie die Heimreise danach organisiert wird, ist noch unklar.

Bereits am 24. April hatten 29 Passagiere das Schiff auf der britischen Insel St. Helena verlassen – mehr als zehn Tage vor der Bestätigung des ersten Hantavirus-Falls.

Ursprung in Argentinien gesucht

Forscher in Argentinien sollen nun den Ursprung der Infektionen klären. In Ushuaia, wo die „Hondius“ am 1. April in See gestochen war, sollen Nagetiere eingefangen und auf das Virus untersucht werden, wie die Regierung in Buenos Aires mitteilte.

Hantaviren werden üblicherweise durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen. Nach WHO-Einschätzung handelt es sich um den Andes-Typ, der auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Das niederländische Paar, das die ersten Symptome zeigte und später starb, war laut argentinischer Regierung bereits 2025 in der Region unterwegs.

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