Prozess in Köln: 3 Legionellen-Tote an Klinik – Hausmeister vor Gericht
3 Legionellen-Tote: Hausmeister vor Gericht in Köln

Köln – Drei Krebspatienten im Alter von 55, 61 und 81 Jahren erlitten in der Uniklinik Köln eine Lungenentzündung und starben. Eine Untersuchung ergab, dass die Ursache der Infektionen Legionellen waren, die aus der Klimaanlage des Krankenhauses stammten. Sechs Jahre nach den tragischen Todesfällen steht nun der Hausmeister vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, die Anlage nicht ordnungsgemäß gewartet zu haben.

Anklage wegen fahrlässiger Tötung

Die Staatsanwaltschaft hat Hans-Josef L. (60) wegen fahrlässiger Tötung von drei Menschen vor dem Landgericht Köln angeklagt. Der Angeklagte ist seit über 40 Jahren an der Uniklinik Köln tätig und war als Fachbereichsleiter einer Tochtergesellschaft des Krankenhauses für den Bereich „Klima, Kälte und Lüftung“ verantwortlich. Laut Staatsanwaltschaft gehörte es 2020 zu seinen Aufgaben, Wasserproben der Klimaanlage zu entnehmen, nachdem diese nach der Winterpause in Betrieb genommen wurde. Die Proben hätten dann auf Keime getestet werden müssen.

Vorwurf: Unterlassene Probenentnahme

Doch diese Probenentnahme unterblieb offenbar. In der Anlage vermehrten sich im Mai 2020 Legionellen. Über eine Belüftungsanlage gelangten die Bakterien in das Bettenhaus des Krankenhauses. Sechs bereits schwer kranke Patienten erkrankten an einer Lungenentzündung. Drei von ihnen konnten gerettet werden, die anderen drei erlagen der Infektion.

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Angeklagter bestreitet Verantwortung

Am ersten Verhandlungstag bestritt der Angeklagte, für die Beprobung des Wassers in der Klimaanlage zuständig gewesen zu sein. Über seinen Anwalt Dr. Jürgen Graf gab er an, dass die Flüssigkeit vom Hygieneinstitut hätte getestet werden sollen. „Ich bereue, dass dieses Leid den Menschen verursacht wurde. Soll ich dafür die Verantwortung tragen, möchte ich mich dafür entschuldigen“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Der Prozess soll bis zum 16. Juni fortgeführt werden.

Der Vorsitzende Richter, Prof. Dr. Jan Orth, stellte am ersten Prozesstag fest: „Uns hat die Undurchschaubarkeit bei den Verantwortungen innerhalb der Klinik überrascht.“ Die Uniklinik Köln wollte sich auf Anfrage nicht zum Prozess äußern.

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