Titan-Witwe erhielt sterbliche Überreste in Schuhkarton-großen Boxen
Titan-Witwe: Überreste in zwei kleinen Boxen

Ein letztes Foto am Morgen des 18. Juni 2023: Shahzada Dawood (48) und sein Sohn Suleman (19) lächeln in die Kamera. Helme auf den Köpfen, wasserdichte Kleidung, Rettungswesten angelegt. Christine Dawood drückte gegen 7.30 Uhr den Auslöser. Kurz darauf kletterten ihr Mann und ihr Sohn in das U-Boot „Titan“ – auf dem Weg zum Wrack der Titanic. Sie kehrten nie zurück. Erst neun Monate später bekam die Witwe die sterblichen Überreste. Zwei Kisten in der Größe eines Schuhkartons, gefüllt mit Schlamm.

Die schreckliche Wahrheit

Fast drei Jahre nach dem Unglück spricht die gebürtige Deutsche erstmals darüber, wie sie die sterblichen Überreste ihrer Liebsten bekam. „Wenn ich von Leichen spreche, meine ich den Matsch, der übrig geblieben war“, sagte die Witwe dem britischen „Guardian“. „Es konnte nicht viel geborgen werden.“ Die gefundenen Überreste seien mittels DNA-Analysen untersucht worden. „Es gab einen großen Haufen, den man nicht trennen konnte – vermischte DNA. Man fragte mich, ob ich auch einen Teil davon haben möchte. Aber ich habe abgelehnt und nur das genommen, was eindeutig Suleman und Shahzada zugeordnet werden konnte.“

Die letzte Reise der Titan

Am 18. Juni 2023 bestiegen Shahzada und Suleman Dawood gemeinsam mit Milliardär Hamish Harding (58), Tiefseeforscher Paul-Henry Nargeolet (77) und „OceanGate“-Gründer Stockton Rush (61) das Tauchboot. Ziel: das Wrack der Titanic in der tiefschwarzen Tiefsee. Bereits nach einer Stunde und 45 Minuten Tauchfahrt riss der Kontakt zum U-Boot laut offizieller Ermittlungsunterlagen ab. Die „Titan“ implodierte. Alle fünf Insassen starben sofort.

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Christine Dawoods Geschichte

Christine Dawood stammt aus Rosenheim in Bayern. An der Hochschule Reutlingen in Baden-Württemberg lernte sie ihren späteren Ehemann kennen. Shahzada war Mitglied der Dawood-Geschäftsdynastie, eine der reichsten Familien Pakistans. Zuletzt lebte die Familie in England. Tagelang durchkämmten Rettungskräfte den Ozean. Erst nach 96 Stunden entdeckten sie das Wrack der „Titan“ – etwa 500 Meter vom Bug der gesunkenen Titanic entfernt.

Ein Buch über 96 Stunden Hoffnung

Am 12. Mai erscheint Christine Dawoods Buch „Ninety-Six Hours: A wife and mother's desperate search for the lost Titan Sub“. Darin schildert sie die Rettungsaktion und bewahrt Erinnerungen an ihren Mann und ihren Sohn. Wie der „Guardian“ berichtet, steht noch immer ein Legomodell der Titanic in ihrer Küche. Suleman baute das 1,50 Meter lange Schiff aus 9090 Teilen. Er liebte die Titanic über alles. Eigentlich wollte Christine Dawood mit ihrem Mann tauchen – doch sie trat den Platz an ihren Sohn ab.

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