Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) – Dieser Kinofilm liefert 100 Minuten Medizin für die Seele. Dabei spielt Harald Krassnitzer (65) in „Der verlorene Mann“ nicht einmal einen Arzt. Sondern wird zum Patienten, zu einem Vergessenden. In manchen Szenen wütend, hilflos und am Ende doch so voller Gefühl und mit Liebe bedacht. Das Demenz-Drama ist einer der berührendsten Filme des Jahres. Ab dem 7. Mai läuft er auf der großen Leinwand.
Drei große Stars im stillen Film
Neben August Zirner (70) und Dagmar Manzel (67) spielt der „Tatort“-Star (seit 1999 in Wien im Einsatz) einen Ex-Ehemann, der durch seine Demenzerkrankung die zwanzig Jahre zurückliegende Scheidung vergessen hat und plötzlich wieder bei der Ex (Manzel) vor der Tür steht. Es entwickelt sich eine rührende Geschichte um drei Menschen, die miteinander verbunden waren oder es durch die aktuelle Situation sind.
Harald Krassnitzer über die Rolle
Als Krassnitzer das Drehbuch von Regisseur Welf Reinhart (31) bekam, zögerte er mit der Zusage keinen Tag, sagt zu BILD: „Es ist sein erster Langfilm. Die Geschichte hat mich sofort gepackt.“ Der junge Filmemacher gewann bereits einen Studenten-Oscar (für den Kurzfilm „Eigenheim“, 2022). Wäre Harald Krassnitzer Amerikaner – mit dieser Rolle hätte er auch Chancen auf die begehrteste Filmtrophäe der Welt.
Krassnitzer über Drama in eigener Familie
Der Film ist auch eine Art Verarbeitung für Krassnitzer. „Meine Mutter litt bis zu ihrem Abschied im Februar an dieser tückischen Demenz.“ Der Schauspieler lernte durch intensive Momente und viel Zeit, die er mit Mutter Susanne (†95) und seiner Schwester verbrachte, dass selbst im tiefen Schmerz etwas Versöhnliches liegen kann.
Er zu BILD: „Wir waren am Ende bei ihr, haben ihre Hand gehalten und sie durch ihre letzte Nacht begleitet. Es war nicht grausam, sondern versöhnend. Für meine Schwester und mich war der Umstand bedeutungsvoll. So wie Mama uns spüren ließ, dass dies kein Ende ist, sondern ein Anfang. Über diesen Umstand haben wir uns als Geschwister noch intensiver gefunden.“ Es sind Momente, die Harald Krassnitzer nicht vergessen wird.
Der Film „Der verlorene Mann“ startet am 7. Mai in den deutschen Kinos und verspricht ein bewegendes Kinoerlebnis, das noch lange nachhallt.



