Klostermühle Boitzenburg: Bauantrag für Millionenprojekt im Mai geplant
Bauantrag für Klosterpark Boitzenburg im Mai geplant

Historisches Ensemble in Boitzenburg steht vor umfassender Sanierung

Das Klostermühlen-Ensemble in Boitzenburg, bestehend aus Mühlenmuseum, Veranstaltungsscheune und Gasthaus, wird nun als Gesamtprojekt geplant. Der neue Eigentümer Daniel Haver, ein Unternehmer und Regionalentwickler, hat Großes vor: Bis Ostern 2028 sollen alle drei Gebäude nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wiedereröffnet werden. Aktuell informiert ein Schaukasten vor der Klostermühle interessierte Besucher über die ambitionierten Pläne.

Zeitplan und erste Maßnahmen

Frühestens im Herbst 2026 rechnet Haver mit dem Beginn der Bauarbeiten zur Sanierung der drei historischen Gebäude. Zuvor müssen jedoch wichtige Vorarbeiten abgeschlossen werden: Zwei Historiker im Auftrag des Denkmalschutzes begutachten aktuell das Ensemble, und notwendige Schachtungen zur Beurteilung der Fundamente stehen noch aus. Der Unternehmer betont, dass man sich derzeit in der abschließenden Leistungsphase 2 befinde, was intensive Vorplanungen für das Gesamtprojekt bedeute.

„Planungstätigkeit sieht man eben nicht“, erklärt Haver zu den bisherigen Aktivitäten. Die Investitionskosten für das ambitionierte Vorhaben schätzt er auf rund zehn Millionen Euro – ursprünglich, als es nur um die Schenke ging, lagen seine Vorstellungen noch bei sechs Millionen. Dass er sich eines Denkmals annehmen würde, war ihm von Anfang an bewusst.

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Herausfordernde DDT-Belastung

Die erste und dringendste Herausforderung stellt die starke DDT-Belastung der Klostermühle dar. Mit dem giftigen Insektizid war einst das hölzerne Gebälk der Mühle „geschützt“ worden. Heute sind die glitzernden Ablagerungen an manchen Holzbalken mit bloßem Auge erkennbar. „Unser erster Schritt wird die Dekontamination der Mühle sein“, erklärt Haver. Allein diese Maßnahme werde mehrere hunderttausend Euro verschlingen.

Der Unternehmer hat Experten für zwei innovative Verfahren zur Dekontamination an der Hand. Bereits in Kürze soll in je einem Testraum auf drei Etagen getestet werden, welches Verfahren angewendet wird. Ziel ist es, im Herbst mit der Dekontamination zu beginnen.

Vom Kauf zur Gesamtentwicklung

Die Geschichte des Projekts begann 2023, als der Neu-Uckermärker und frühere Unternehmer im Musikgeschäft mit seiner eigens gegründeten Umbruch-Gruppe das leer stehende Gasthaus zur Klostermühle erwarb. Ursprünglich wollte er es als Gaststätte für gehobene Gastronomie mit Ferienwohnungen ausbauen. Nach ersten Entkernungsarbeiten wurde es jedoch ruhiger um das Projekt.

Stattdessen stellte Haver 2024 den Antrag, auch die Klostermühle samt Anbau und Scheune von der Gemeinde zu erwerben. Nach kontroverser Diskussion stimmten die Gemeindevertreter mehrheitlich der Privatisierung des Ensembles zu. Der Eigentümerwechsel ist inzwischen vollzogen.

Konkrete Pläne für die Zukunft

Daniel Haver hat seine Auszeit vom Unternehmerdasein beendet und fühlt sich motiviert, etwas Gutes für seine neue Heimatregion zu schaffen. „Ich bin wieder voll im Saft, aber anders als früher, mit viel mehr Herz, in Präsenz, bodenständig“, sagt der 59-Jährige. Mit einem neuen Planungsbüro an der Seite möchte er das Ensemble nun als Ganzes denken und entwickeln.

Die konkreten Pläne sehen vor:

  • Sanierung von Fachwerk, Mauern und Dach der Mühle (mit traditionellem Biberschwanz)
  • Integration von Museumsshop und Ticketoffice in der Mühle
  • Neun Gästezimmer neben der Gastronomie in der Klosterschenke
  • Ausbau der Scheune in Phase 2 mit Musikstudio und Producer-Suite
  • Umbau der Scheune zur Veranstaltungshalle für bis zu 200 Besucher

Die Scheune soll damit auch eine attraktive Location für Hochzeits- und Familienfeiern werden. Zusätzlich zur Gebäudesanierung müssen auch die Elektrik auf modernen Stand gebracht und weitere Sanierungsarbeiten durchgeführt werden.

Finanzierung und nächste Schritte

„Wir hoffen, dass wir dann im Mai den Bauantrag stellen können und innerhalb von drei bis vier Monaten die Genehmigung erhalten“, so Haver zu den nächsten Schritten. Der Unternehmer setzt dabei auch auf Fördermittel aus dem Programm ‚Gemeinschaftsaufgabe zur Entwicklung der regionalen Wirtschaftsstruktur‘.

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Langjährige Unterstützung erhält Haver von Martin Joost, dem ehemaligen Klostermüller, der mit seinem Wissen über das historische Ensemble wertvolle Beiträge leistet. Trotz der gewaltigen Aufgabe zeigt sich der Unternehmer zuversichtlich: „Ich habe schon größere Dinge managen müssen“, sagt er mit Blick auf seine bisherige Berufserfahrung.

Das Klostermühlen-Ensemble in Boitzenburg steht damit vor einer umfassenden Transformation, die nicht nur die historische Bausubstanz bewahren, sondern auch neue kulturelle und touristische Impulse für die Region setzen soll.