Anklamer Schüler fordern mit Theaterstück 'REWE Royal' Jugendtreffpunkt
Schüler fordern mit Theater Jugendtreffpunkt in Anklam

Jugendliche erobern die Bühne und fordern ihren Platz in der Stadt

Mit beeindruckender Spielfreude und künstlerischem Engagement haben 50 Jugendliche aus Anklam die Theaterbühne gestürmt und dabei die Herzen des Publikums im Sturm erobert. Die meisten der Laiendarsteller sind Schüler der Regionalen Schule Friedrich Schiller, die bereits zum dritten Mal in einem Theaterprojekt ihren Wunsch nach einem eigenen Jugendtreffpunkt in ihrer Heimatstadt künstlerisch zum Ausdruck bringen.

Realität trifft auf Bühnenkunst: Der Parkplatz als Sehnsuchtsort

In ihrem neuesten Stück „REWE Royal“ greifen die Jugendlichen eine aktuelle städtische Situation auf: Nach der Eröffnung eines Einkaufs- und Drogeriemarktes entstand eine große gepflasterte Freifläche, die von den Jugendlichen als inoffizieller Treffpunkt auserkoren wurde – allerdings nicht ohne Konflikte mit Kunden und Erwachsenen, die auf dem Marktgelände arbeiten. Diese realen Erfahrungen verarbeiteten die Schüler in nur einer Woche intensiver Probenarbeit zu einem berührenden Bühnenprogramm.

Unter professioneller Anleitung des Hamburger Performance-Kollektivs WIRVIER erarbeiteten die Jugendlichen nicht nur Texte, sondern studierten auch einen Rap ein und überwanden ihre anfängliche Bühnenangst. Die Leistung, innerhalb einer Woche ein komplettes Theaterstück auf die Beine zu stellen, brachte den jungen Darstellern großen Respekt von allen Zuschauern ein, darunter zahlreiche Lehrer, Eltern, Großeltern und Geschwister.

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Ein fiktiver Traumort mit pinkfarbenen Einkaufskörben

Getragen von ihrem dringenden Wunsch nach einem Ort, der ganz ihren Vorstellungen entspricht, schufen die Jugendlichen auf der Bühne einen fiktiven „REWE Royal“ mit Fitness-Möglichkeiten, einem Partybunker und sogar einem Automaten, der gesunde Zigaretten ausspuckt. Als markante Bühnenkulisse dominierten pinkfarbene Einkaufskörbe, die in ihrer Form an die bekannten REWE-Körbe erinnerten.

Über 40 Schüler der neunten und zehnten Klassen zeigten in einer mitreißenden Performance ihre Gefühle, Sehnsüchte und Gedanken. Sie spielten, sangen und tanzten, was ihnen auf der Seele brannte: „... zerfetzen uns gerade selbst, in einer Stadt mit einer Politik, bei der du nicht zählst...“, schmetterten sie in einem emotionalen Sprechgesang von der Bühne.

Politische Botschaften und stolze Unterstützer

Besonders eindrucksvoll war der szenische Auftritt von vier Jugendlichen einer freien Theatergruppe, die in ihren Rollen als Frau Bank, Herr Geld und Frau Bau dem Publikum gekonnt vor Augen führten, was das Streben nach ständigem Wachstum bedeutet und wie es Menschen verändert. Eingebaut in die Inszenierung waren Videoclips, an denen unter anderem Anklams Bürgermeister Michael Galander mitgewirkt hatte, der bei der Vorstellung ebenfalls im Publikum saß.

Schulleiterin Ulrike Obermeit zeigte sich sichtlich stolz auf ihre Schüler und betonte in einem Gespräch: „Ganz sicher, wir, unsere Schüler, werden daran bleiben.“ Ihre Unterstützung für das Theaterprojekt wurde besonders deutlich, als die Schüler sie beim Schlussapplaus gemeinsam mit dem Team von WIRVIER auf die Bühne baten.

Die Vorpommersche Landesbühne hatte ihre Bühne für das Projekt zur Verfügung gestellt, wofür sich alle Beteiligten herzlich bedankten. Die Schulleiterin betonte: „Wir erhalten hier großes Entgegenkommen, das ist nicht selbstverständlich und wirklich sehr klasse.“ Bleibt zu hoffen, dass die eindringliche Botschaft der Jugendlichen auch bei den politisch Verantwortlichen der Stadt Anklam Gehör findet und die Suche nach einem echten Raum für Jugendliche weitergeht.

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