Ein Ausflug zum größten Bergfried Brandenburgs
Die langen Wochenenden um Herrentag und Pfingsten lassen viele Menschen schon jetzt nach neuen Ausflugszielen Ausschau halten. Die Redaktion hat einen besonderen Tipp: Er führt in den Angermünder Ortsteil Stolpe. Über dem kleinen Ort thront ein ungewöhnlicher Turm – der größte Bergfried Brandenburgs.
Der Grützpott: Ein mittelalterlicher Wohnturm
Mit seinen 18 Metern Durchmesser ist der Bergfried der größte seiner Art in Brandenburg. „Von hier aus eröffnet sich nicht nur ein herrlicher Blick in das Gebiet des Nationalparks Unteres Odertal, das Gebäude bietet auch interessante Einblicke in die Geschichte“, verspricht die Stadt Angermünde auf ihrer Internetseite. Der „Grützpott“ wurde im 12. Jahrhundert als Wohnturm errichtet und war lange Zeit Schauplatz verschiedener territorialer Auseinandersetzungen. Heute kann die Turmburg eigenständig oder im Rahmen einer Führung besichtigt werden.
Die Legende um den Namen „Grützpott“
Bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist zu erfahren, wie der Turm zu seinem Spitznamen kam: „Die Burg wurde einst von Raubrittern bewohnt, die in der Region für Angst und Schrecken sorgten. Als deren Anführer bei einem im Alleingang durchgeführten Überfall erschossen wurde, machte sich die Dorfbevölkerung auf, um das Räubernest zu vernichten. Die Räuber verschanzten sich im Turm und verteidigten diesen nach Kräften, unter anderem, indem sie ihre Angreifer mit einem frisch gekochten Topf heißer Grütze überschütteten. Doch auch diese kreative Verteidigungsform konnte die Raubritterbande nicht dauerhaft vor der Wut der Dorfbewohner beschützen, so dass die Burg schließlich eingenommen werden konnte. Über die genaue Herkunft und Funktion des sogenannten Grützpotts herrscht Uneinigkeit. Es wird jedoch vermutet, dass die brandenburgischen Markgrafen den Turm hier bereits vorfanden.“
Architektur und Bauweise
Die Entstehungszeit liegt vermutlich im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Die massive Bauart des Untergeschosses weist darauf hin, dass der Turm nicht als Bergfried innerhalb einer Burganlage, sondern als Einzelanlage konzipiert war. Ungewöhnlich ist, dass die Turmburg auf einem Unterbau aus Feldsteinquadern in Ziegelsteinen errichtet wurde, statt in der regionaltypischen Holz-Erde-Bauweise. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich in der Vergangenheit an der Förderung von Maßnahmen zum Erhalt der Anlage.
Öffnungszeiten und Führungen
Geöffnet ist der Turm jeweils mittwochs von 13 bis 17.30 Uhr und donnerstags bis sonntags von 12.30 bis 17.30 Uhr. Thematische Führungen, darunter historische Rundgänge, Natur- und Landschaftsführungen sowie Erzählungen über Sagen und Legenden, sind über den Tourismusverein Angermünde buchbar. Kontakttelefon: 03331 297660. Rund um den Turm gibt es viele schöne Plätze zum Verweilen mit herrlichem Panoramablick ins Odertal.



