Star-Architekt saniert historisches Münchner Hauptzollamt an der Donnersbergerbrücke
Star-Architekt saniert Münchner Hauptzollamt

Star-Architekt saniert historisches Münchner Hauptzollamt an der Donnersbergerbrücke

Nach Jahrzehnten ohne umfassende Renovierung steht das Münchner Hauptzollamt an der Landsberger Straße vor einer vollständigen Erneuerung. Der britische Star-Architekt David Chipperfield hat den prestigeträchtigen Sanierungsauftrag für das 112 Jahre alte Gebäude gewonnen, das zu den markantesten Bauwerken an der Stammstrecke zählt. Mit seiner charakteristischen Glaskuppel prägt der historische Komplex das Stadtbild und ist vielen Bahnfahrern und S-Bahn-Gästen ein vertrauter Anblick.

Energetische Ertüchtigung und denkmalgerechte Sanierung

Die letzte größere Renovierung des Hauptzollamts erfolgte in den 1980er Jahren. Nun soll das Gebäude nicht nur optisch aufgewertet, sondern vor allem energetisch ertüchtigt werden. Der Sanierungsbeginn ist für den Herbst 2026 geplant, die Arbeiten werden voraussichtlich drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen. Besondere Aufmerksamkeit erfordert die markante Glaskuppel, die bereits Schäden aufweist und sorgfältig restauriert werden muss.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), der das Gebäude gehört, hat die Sanierungskosten nicht offengelegt. In Münchner Medienkreisen wird jedoch über mögliche Renovierungskosten in Höhe von etwa 200 Millionen Euro spekuliert. Diese Summe spiegelt den umfangreichen Sanierungsbedarf und die denkmalpflegerischen Anforderungen wider.

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Vielseitige Nutzung und wechselvolle Geschichte

Der Gebäudekomplex dient heute verschiedenen Zwecken: Neben Zollbehörden beherbergt er Lagerhallen, die als Depot für das Deutsche Museum genutzt werden, sowie Wohnungen und Büros für Bima-Beamte. Das Zollfahndungsamt und eine Abteilung zur Bekämpfung von Schwarzarbeit sind ebenfalls dort untergebracht.

Seit 50 Jahren steht das Hauptzollamt unter Denkmalschutz, was seine historische Bedeutung unterstreicht. Die Geschichte des Bauwerks ist äußerst wechselhaft: Im Ersten Weltkrieg diente es als Lazarett, während der NS-Zeit lagerten hier Tabak, Wein und Käse. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die US-Armee das Haus als Versorgungsstation, bevor es wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Zollamt zugeführt wurde.

David Chipperfield: Ein bekannter Name in München

Für den Sanierungsauftrag wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den das Büro von David Chipperfield für sich entscheiden konnte. Der weltbekannte britische Architekt ist in München kein Unbekannter: An der Karlstraße realisierte er den Komplex "Karl", in dem heute Apple residiert. Zuvor entwickelte er für den Signa-Konzern von René Benko das Projekt "Corbinian" in der Schützenstraße, das jedoch vor der Pleite des Unternehmens nicht mehr vollendet wurde.

Die Sanierung des Hauptzollamts stellt eine besondere Herausforderung dar, da sie denkmalgerechte Aspekte mit modernen energetischen Standards verbinden muss. Chipperfields Expertise im Umgang mit historischer Bausubstanz und zeitgenössischer Architektur macht ihn zum idealen Kandidaten für dieses Vorhaben. Die Münchner können gespannt sein, wie der Star-Architekt das ikonische Gebäude für die Zukunft fit machen wird.

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