Sanierung von Steinmeiers Amtssitz: 600 Millionen Euro und acht Jahre Bauzeit
Steinmeiers Amtssitz-Sanierung: 600 Mio. Euro, 8 Jahre

Sanierung des Bundespräsidenten-Amtsitzes wird teuer und langwierig

Die umfassende Sanierung des Berliner Amtssitzes des Bundespräsidenten wird erhebliche finanzielle Mittel und viel Zeit in Anspruch nehmen. Nach aktuellen Angaben des Bundespräsidialamtes belaufen sich die geplanten Kosten auf mindestens 601 Millionen Euro, wobei für mögliche Risiken und Baukostensteigerungen weitere 259 Millionen Euro eingeplant sind. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich bis zu acht Jahre dauern.

Kostendetails und Zeitplan

Die Kostenverteilung sieht wie folgt aus: Für die Arbeiten am historischen Schloss Bellevue sind 146 Millionen Euro vorgesehen, während die Sanierung des Verwaltungsgebäudes mit 120 Millionen Euro veranschlagt wird. Der Neubau der Hauptwache und Technikzentrale soll etwa 173 Millionen Euro kosten, und für die denkmalgeschützte Parkanlage sowie die technische Infrastruktur sind weitere 162 Millionen Euro eingeplant.

Der Zeitplan bedeutet, dass der Nachfolger von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der im März kommenden Jahres gewählt wird, seine gesamte fünfjährige Amtszeit in einem bereits fast fertiggestellten Ausweichquartier verbringen muss. Steinmeier selbst wird bereits im Sommer dieses Jahres von Schloss Bellevue in den Übergangsbau umziehen.

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Notwendigkeit der Sanierung

Die umfangreichen Baumaßnahmen werden aufgrund zahlreicher gravierender Mängel erforderlich. Das 1785 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Schloss Bellevue weist ein undichtes Dach, defekte Lüftungsanlagen und nicht mehr funktionierende Sicherheitseinrichtungen auf. An der Fassade zeigen sich Risse, und an den Geschossdecken ist Korrosion festzustellen.

„Es soll hier keine Luxussanierung sein, sondern das Notwendige muss gemacht werden“, betonte Staatssekretärin Dörte Dinger vom Bundespräsidialamt. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbauministerium, Sören Bartol (SPD), bezeichnete die Sanierung als „unumgänglich“.

Technische Erneuerungen und Nachhaltigkeit

Im Zuge der Sanierung werden sämtliche technischen Anlagen komplett erneuert. Dazu gehören Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen, elektrische Installationen, Aufzüge sowie moderne Sicherheitstechnik. Besonderes Augenmerk liegt auf der Verbesserung der Barrierefreiheit und der Ertüchtigung des Brandschutzes.

Zukünftig sollen alle Gebäude nahezu klimaneutral betrieben werden. Dies wird durch den Einsatz einer neuen Geothermie-Anlage und Photovoltaik ermöglicht. Auch die Notstromversorgung wird modernisiert.

Historischer Hintergrund und aktuelle Situation

Schloss Bellevue wurde zuletzt 2004/2005 teilweise saniert, doch damals konnten wichtige Maßnahmen aufgrund des engen Zeitplans von nur 20 Monaten nicht umgesetzt werden. Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog, der als einziger Amtsinhaber tatsächlich im Schloss wohnte, soll die Immobilie aufgrund ständiger Strom- und Wasserausfälle als „Bruchbude“ bezeichnet haben.

Bundespräsident Steinmeier ist privat nicht von den Umzugsmaßnahmen betroffen, da er mit seiner Frau Elke Büdenbender in einer Dienstvilla in Berlin-Dahlem wohnt. Das Bundespräsidialamt betont, dass das Staatsoberhaupt während der gesamten Sanierungszeit „uneingeschränkt handlungsfähig“ bleibt und auch Staatsgäste im Übergangsbau empfangen werden können.

Ausblick und mögliche Beschleunigung

Das Bundespräsidialamt hofft, dass sich die Projektlaufzeit durch planerische, vertragliche und organisatorische Maßnahmen noch verkürzen lässt. Der zwischen Kanzleramt und Hauptbahnhof errichtete Übergangsbau, der 205 Millionen Euro gekostet hat, soll nach Abschluss der Sanierungsarbeiten von anderen Bundesbehörden genutzt werden.

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