Münchens U-Bahnhof Westfriedhof: Ein architektonisches Juwel mit internationaler Strahlkraft
U-Bahnhof Westfriedhof: Münchens architektonisches Juwel (13.04.2026)

Münchens U-Bahnhof Westfriedhof: Ein architektonisches Juwel mit internationaler Strahlkraft

Wer in den U-Bahnhof Westfriedhof einfährt, erlebt einen atemberaubenden Kontrast: Plötzlich bricht Tageslicht durch, dann umfangen raue, blau schimmernde Felswände den Fahrgast, überwölbt von riesigen farbigen Leuchten. Diese Station im Münchner Nordwesten ist nicht nur eine der sehenswertesten U-Bahn-Haltestellen der Stadt, sondern hat auch internationale Bekanntheit erlangt.

Ingo Maurers Lichtkunst und ein Foto in der New York Times

Die innovative Gestaltung des Architekturbüros Auer und Weber und vor allem das visionäre Lichtdesign des 2019 verstorbenen Lichtkünstlers Ingo Maurer machen die 1998 eröffnete Station zu einem beliebten Fotomotiv. Maurer, der auch den U-Bahnhof Münchner Freiheit gestaltete, schuf hier ein einzigartiges Ambiente. Elf tief hängende Leuchten in Blau, Rot und Gelb mit einem Durchmesser von 3,80 Metern tauchen den Bahnsteig in wechselnde Farbschattierungen. Die naturbelassenen Felswände werden blau angestrahlt, nur ein Sicherheitsnetz verhindert das Abbröckeln von Steinen.

Diese außergewöhnliche Ästhetik fand sogar Eingang in die New York Times. Während der Coronapandemie schickte die Zeitung Fotografen aus, um öffentliche Orte zu dokumentieren. Ein Bild der Fotografin Laetitia Vancon vom menschenleeren U-Bahnhof Westfriedhof illustrierte im März 2020 den Artikel "Die große Leere". Das Foto ist bis heute im Onlineshop der Times erhältlich – ab 50 US-Dollar.

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Architektonische Besonderheiten und ein Zwischenfall beim Bau

Ein besonderes Merkmal der Station ist das Tageslicht, das am südlichen Ende des Bahnsteigs zur Dantestraße hin bis auf die Bahnsteigebene fällt. Die schwebend wirkenden Treppen verstärken den Eindruck, in eine moderne Höhle hinabzusteigen. Doch der Bau verlief nicht ohne Probleme. 1994, während der Tunnelarbeiten unter dem nahegelegenen Dantestadion, rutschte verfülltes Material eines Bombenkraters ab. Während eines Regionalligaspiels öffnete sich ein etwa 90 Zentimeter breites und 30 Zentimeter tiefes Loch auf dem Spielfeld. Das Spiel wurde abgebrochen, glücklicherweise gab es keine Verletzten.

Ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit idyllischer Umgebung

Der U-Bahnhof Westfriedhof, an der Grenze zwischen Gern (Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg) und Moosach gelegen, ist ein wichtiger Mobilitätsknoten. Hier kreuzen sich die U-Bahn-Linien U1 und U7, die Tramlinien 20 und 21 sowie mehrere Buslinien. Eine Park & Ride-Tiefgarage mit über 200 Stellplätzen, barrierefreie Zugänge und eine MVG-Rad-Station (derzeit in Umstellung) runden das Angebot ab. Selbst ein Kiosk und moderne Toiletten fehlen nicht.

An der Oberfläche erwartet den Besucher der 1898 angelegte Westfriedhof, eine grüne Oase in der Stadt. Die markante Aussegnungshalle von Architekt Hans Grässel (1902) und die letzte Ruhestätte prominenter Persönlichkeiten wie Malerfürst Franz von Lenbach oder TV-Star Robert Lembke sind sehenswert. Gegenüber lockt eine Kleingartenanlage mit der griechischen Taverne "Zur Gartenlaube" und einem Blick auf das O2-Hochhaus und den Olympiaturm.

Von Wasserschäden bis zur heutigen Bedeutung

Nicht alles verlief reibungslos. 2014, nur 16 Jahre nach der Eröffnung, musste der Bahnhof saniert werden, weil eine nicht abgedichtete Fuge zwischen Decke und Wänden Wassereintritt ermöglichte. Die zweijährigen Sanierungsarbeiten verursachten Millionenkosten. Heute jedoch ist die Station ein lebendiger Teil des Münchner Stadtlebens – ein Ort, wo futuristische Architektur, praktische Mobilität und urbane Idylle auf einzigartige Weise zusammenfinden.

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