Lok-Trainer Jochen Seitz enttäuscht vom Verhalten der eigenen Fans nach Derby-Niederlage
Die 0:1-Niederlage von Lok Leipzig bei der BSG Chemie war bitter, doch die Enttäuschung von Trainer Jochen Seitz (49) ging in eine ganz andere Richtung. „Ein ganz, ganz schlimmer Tag für uns“, fasste der Coach zunächst zusammen. Nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch die Reaktion der eigenen Anhänger belastete das Team nach dem Derby.
Verletzungen und Frust bei Lok Leipzig
Die Niederlage wurde durch personelle Ausfälle noch verschärft. Laurin von Piechowski musste mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz, bei ihm wird ein Muskelfaserriss und eine wochenlange Pause befürchtet. Zudem zog sich Tobias Dombrowa eine Sprunggelenksverletzung zu. Doch der größere Frust des Trainers richtete sich gegen die eigenen Fans, die – verwöhnt von fünf vorherigen Derbysiegen in Folge – die Mannschaft beim Abklatschen nicht freundlich empfingen.
Seitz kritisiert mangelnde Unterstützung der Anhänger
„Es tut auch weh, wenn uns die Fans zum Schluss nicht so unterstützen, wie man sich das wünscht“, sagte Seitz deutlich. Er legte sich sogar demonstrativ vor seine Spieler und stellte sich schützend vor die Mannschaft. Der Trainer betonte: „Da muss man die Jungs mehr aufbauen. Das fand ich, ehrlich gesagt, sehr schlimm. Wir sind immer noch Tabellenführer, wir haben vier Punkte Vorsprung. Wir wissen auch, dass es für uns momentan eine sehr schwierige Phase ist. Da braucht man mehr Unterstützung von den Fans.“
Seitz weiter: „Die Mannschaft tut alles, schmeißt alles rein. Dass die Fans nach so einer Derbyniederlage enttäuscht sind, ist ja verständlich. Aber wir haben nach dem Spiel eine Stimmung gehabt, als wären wir auf dem Friedhof. Und die Mannschaft wurde auch nicht so nett begrüßt. Da war ich heute mit Sicherheit auch emotional dabei.“
Gegnerische Feierstimmung bei Chemie Leipzig
Während bei Lok Leipzig die Enttäuschung überwog, wurde bei der BSG Chemie ausgiebig gefeiert. Torschütze Nils Lihsek strahlte: „Wir haben in diesem Hexenkessel ein tolles Spiel gemacht.“ Der Kontrast könnte kaum größer sein – auf der einen Seite jubelnde Sieger, auf der anderen eine verletzungsgeplagte Mannschaft, die zusätzlich mit der Kritik der eigenen Fans zu kämpfen hat.
Die Situation zeigt, wie emotional geladen Derby-Spiele im Fußball sind und welche Belastungen sie für alle Beteiligten mit sich bringen. Für Lok Leipzig geht es nun darum, die Verletzungen zu verarbeiten und gleichzeitig das Vertrauen zwischen Team und Fans wiederherzustellen.



