Hive-Festival bei Gräfenhainichen wirft DJs nach schweren Vorwürfen aus dem Programm
Die Techno-Szene wird derzeit von schwerwiegenden Vorwürfen gegen einige der weltweit größten DJs der Hard-Techno-Szene erschüttert. Mehrere deutsche Festivals, darunter das renommierte Hive-Festival in Ferropolis bei Gräfenhainichen, ziehen nun Konsequenzen und streichen betroffene Künstler aus ihren Line-ups.
Grundsätze der Rave-Kultur in Frage gestellt
Frieden, Liebe, Zusammenhalt und Respekt gelten als die vier fundamentalen Grundsätze der Techno- und Rave-Kultur. Am vergangenen Wochenende wurden jedoch teils schwere Anschuldigungen gegen namhafte DJs laut, die diese Werte infrage stellen. Das Hive-Festival, das zu den gefragtesten Veranstaltungen der Szene zählt und im vergangenen Jahr 25.000 Besucher nach Ferropolis lockte, reagierte umgehend.
In einem offiziellen Statement auf Instagram teilte das Festival mit, man sehe sich in der Verantwortung, vorsorglich zu handeln und als Veranstalter ein klares Zeichen zu setzen – auch wenn aktuell keine abschließenden Ergebnisse zu den Vorwürfen vorlägen. Dies bedeute konkret, dass die betreffenden Künstlerinnen und Künstler mit sofortiger Wirkung aus allen Line-ups entfernt werden.
Festival betont Sicherheit und Respekt
Das Hive-Festival unterstrich in seiner Mitteilung die Bedeutung eines sicheren Umfelds: HIVE ist ein sicherer Ort für alle – ein Ort der Freiheit, der Inklusion und des Respekts. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Werte und unsere Gäste zu schützen. Die Namen der betroffenen Künstler wurden dabei nicht genannt, doch die Botschaft war eindeutig.
Weitere Festivals und Clubs folgen dem Beispiel
Nicht nur das Hive-Festival reagierte auf die Vorwürfe. Auch andere große Veranstaltungen und Clubs strichen Auftritte der betroffenen DJs aus ihren Programmen:
- Das Open Beatz bei Herzogenaurach
- Das Elektrisize bei Düsseldorf
- Das Bootshaus aus Köln
- Der größte niederländische Hard-Techno-Veranstalter Verknipt
Diese breite Reaktion zeigt, wie ernst die Szene die Vorwürfe nimmt und wie wichtig die Einhaltung ethischer Standards ist.
Konkrete Vorwürfe und betroffene Künstler
Konkret betroffen von den Anschuldigungen sind die französischen DJs Basswell und Shlømo, der deutsche Künstler Carv sowie der amerikanische DJ Fantasm. Die Vorwürfe wurden durch den Instagram-Account @bradnolimit erhoben, der sich als ehemaliger Partner der Management-Agentur Steer bezeichnet, bei der die betroffenen Künstler unter Vertrag stehen.
In zahlreichen Beiträgen wirft der Account den Hard-Techno-DJs übergriffiges Verhalten und Machtmissbrauch in mehreren Fällen vor. Dabei wurden unzählige Storys und Chats mit bisher nicht verifizierten Behauptungen geteilt. Mehrere betroffene Frauen sollen sich inzwischen bei dem Amerikaner gemeldet haben.
Reaktionen der beschuldigten DJs
Die Reaktionen der beschuldigten Künstler fallen unterschiedlich aus:
- Basswell und Fantasm, gegen den bereits in der Vergangenheit ähnliche Berichte aus Frankreich vorlagen, halten sich bislang bedeckt.
- Der Frankfurter DJ Carv räumte in einem Statement ein, in der Vergangenheit in privaten Chats mit mehreren Frauen explizite intime Bilder von sich geteilt zu haben. Zwar sei dies mit Zustimmung der Frauen geschehen, jedoch habe er damit seine damalige Ehefrau betrogen. Er kündigte an, Verantwortung in seinem realen Leben zu übernehmen und sein Handeln zu reflektieren, bevor er erneut in die Öffentlichkeit trete. Eine klare Entschuldigung blieb jedoch aus.
- Der französische DJ Shlømo kündigte zunächst rechtliche Schritte gegen die Vorwürfe an, löschte den entsprechenden Post aber später wieder von seinem Instagram-Account.
Die Entwicklungen zeigen, wie tiefgreifend die Vorwürfe die Hard-Techno-Szene erschüttern und welche Konsequenzen sie für die beteiligten Künstler haben. Das Hive-Festival in Gräfenhainichen setzt mit seiner Entscheidung ein deutliches Signal für die Werte der Rave-Kultur.



