Preußen Münster: Wunder möglich? Letzte Chance gegen Darmstadt
Preußen Münster: Wunder möglich? Letzte Chance

Wunder gibt es immer wieder: Darum lebt Preußens Hoffnung! Die Preußen, hier beim Dank an ihre Fans für die tolle Unterstützung in Hannover, wollen auch am Sonntag gegen Darmstadt noch einmal alles raushauen. Um das Fünkchen Hoffnung auf die Rettung am Leben zu halten.

Aufgeben ist keine Option. Erst recht nicht, wenn noch immer ein Wunder geschehen kann. Und das hat's gerade im Fußball schon häufiger gegeben...

Die Ausgangslage

Klar, dass Zweitliga-Schlusslicht Münster tatsächlich den Klassenerhalt schafft, scheint nicht besonders realistisch. Fünf Punkte Rückstand aufs rettende Ufer bei nur zwei ausstehenden Spielen gegen Darmstadt (So./13:30 Uhr/live bei Sky) und in Elversberg (17.5./15:30 Uhr/live bei Sky) – wer da noch auf die „Adlerträger“ setzt, dürfte im Erfolgsfall schon eine verdammt hohe Wettprämie einstreichen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Neu-Trainer Alois Schwartz (59), unter dessen Regie es in fünf Partien bislang keinen einzigen „Dreier“ (2 Pleiten/3 Remis) gab, lebt dennoch Zuversicht vor: „So lange rechnerisch etwas möglich ist, glauben wir an uns. Auch wenn die Chance noch so klein erscheint.“ Und weiter: „Drei Punkte am Sonntag daheim gegen Darmstadt sind natürlich absolute Pflicht. Danach schauen wir, ob und was für uns im Saison-Finale drin sitzt.“

Die Erinnerung an 2025

Zur Erinnerung: Auch im Vorjahr hatten die „Schwarz-Weiß-Grünen“ erst auf den allerletzten Metern ihre Mit-Konkurrenten Eintracht Braunschweig und SSV Ulm überholt und mit einem Wimpernschlag Vorsprung die Ziellinie passiert. Obwohl sie drei Spieltage vor Schluss noch mit fünf Punkten Rückstand auf Rang 15 scheinbar aussichtslos im Rennen lagen. So jubelten die Preußen im Vorjahr nach dem Saisonfinale in Ulm über die geglückte „Last-Minute-Rettung“.

Historische Fußball-Wunder

Weitere Fußball-Wunder gefällig?

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration
  • Bundesliga-Saison 1972/1973: Zwei Spieltage vor Saisonende stand Hannover auf einem Abstiegsplatz, lag zwei Punkte hinter Schalke und sogar drei hinter Braunschweig (2-Punkte-Regel). 96 gewann die letzten beiden Partien, Braunschweig verlor zweimal – und musste doch noch den Weg in die Zweitklassigkeit antreten.
  • Bundesliga-Saison 1993/1994: Vorm 32. Spieltag hatte der SC Freiburg vier Punkte Rückstand auf den 1. FC Nürnberg. Damals galt ebenfalls die 2-Punkte-Regel. Doch die Breisgauer entschieden die letzten drei Partien allesamt für sich und zogen dadurch am letzten Spieltag – dank der minimal besseren Tordifferenz – an den „Clubberern“ vorbei.
  • Bundesliga-Saison 1997/1998: Borussia Mönchengladbach war nach 32 Spieltagen Vorletzter, musste noch zwei Mitbewerber überholen. Das schafften Stefan Effenberg und seine Team-Kollegen, weil sie zum einzigen Mal in der laufenden Saison zweimal in Folge gewannen. Leidtragender war der Karlsruher SC (mit Guido Buchwald und Thomas Häßler), der quasi in allerletzter Sekunde auf Tabellenplatz 18 abrutschte. Mit 38 Punkten! Mit so vielen Zählern stieg bislang keine andere Mannschaft im Zeitalter der 3-Punkte-Regel ab.
  • Bundesliga-Saison 1998/1999: Am letzten Spieltag waren bereits zwei Teams hoffnungslos verloren. Doch gegen den letzten Abstiegsplatz kämpften noch fünf Mannschaften. Nürnberg hatte als Zwölfter mit drei Punkten Vorsprung die beste Ausgangslage. Doch die Franken fühlten sich zu sicher, verloren daheim 1:2 gegen Freiburg, Sie wurden dadurch von Stuttgart, Freiburg, Rostock und Frankfurt überholt und auf Platz 16 durchgereicht. Nürnberg war zwar punktgleich mit Frankfurt und hatte auch die gleiche Tordifferenz, stieg aber wegen der weniger erzielten Treffer aus dem Fußball-Oberhaus ab. Das alles entscheidende 5:1 der Eintracht gegen Kaiserslautern gelang auf legendäre Weise dem Norweger Jan-Aage Fjörtoft.
  • 2. Bundesliga-Saison 2004/2005: Zwei Spieltage vor Schluss hatte Ahlen vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer und fünf auf Trier. Trotzdem konnte LR die Eintracht im Saison-Finale durch ein spektakuläres 4:3 bei den Münchner Löwen noch überholen.
  • 2. Bundesliga-Saison 2007/2008: Kaiserslautern stand bereits mit mehr als einem Bein in der 3. Liga: 6 Spieltage vor Saisonabpfiff betrug der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze satte acht Punkte. Am letzten Spieltag kletterten die „Roten Teufel“ dennoch durch einen 3:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln „über den Strich“. Bitter für die Offenbacher Kickers, die zeitgleich von Rang 12 auf 15 – und damit den ersten Abstiegsplatz – abrutschten. Seitdem kehrten die Jungs vom Bieberer Berg nie wieder in die 2. Bundesliga zurück.

Sechs Mutmacher für die Preußen, die zuletzt beim irren 3:3 in Hannover eindrucksvoll beweisen konnten, dass sie – und ihre tollen Fans – es durchaus verdient hätten, auch weiterhin zu den besten 36 Mannschaften im deutschen Profi-Fußball zu gehören. Doch nur wenn sie noch zweimal eine derart starke und konzentrierte Leistung raushauen, lebt die Hoffnung auf ihr zweites Wunder nach 2025...

Tolle Preußen-Choreo in Hannover zum 120. Vereins-Geburtstag. Als die „Schwarz-Weiß-Grünen“ 100 Jahre alt wurden, stiegen sie 2006 in die Regionalliga ab...

Gremien erweitert

Die Preußen erweitern ihre Gremien und haben mit Tim Schwencke (52) für den Beirat der Geschäftsführungs-GmbH einen Finanzexperten und mit Bernd Homann (59) für den Aufsichtsrat des eingetragenen Vereins einen Kommunikationsfachmann kooptiert. Schwencke, der als Co-CEO der Saria-Gruppe in Selm tätig ist: „Ich fühle mich mit diesem Traditionsverein und der Region Münster eng verbunden und bin immer wieder fasziniert davon, was etwa bei Heimspielen los ist. Ich bringe meine Expertise gerne ein, denn sportlicher Erfolg hängt auch von soliden Finanzstrukturen ab.“ Homann verfügt als Leiter der Unternehmenskommunikation bei der AGRAVIS Raiffeisen AG über eine langjährige Erfahrung in den Bereichen Kommunikation, Medienarbeit und strategische Positionierung. In seiner bisherigen Rolle im Präsidium des „Adlerclubs“ hat er bereits wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Vereinskommunikation gesetzt.