Fernöstlicher Abschied: Lübzer Karneval feiert letztes Fest in historischer Halle
Mit einem emotionalen Höhepunkt ging die Karnevalssaison des Lübzer Karnevalsvereins LKC 54 zu Ende. Der traditionelle Rosenmontagsball markierte gleichzeitig den Abschied von einer Ära, denn er fand zum letzten Mal in der 50 Jahre alten Mehrzweckhalle an der Schützenstraße statt. Doch statt Wehmacht herrschte ausgelassene Feierlaune unter den Narren.
Japanisches Motto begeistert die Narren
Unter dem Motto „Mit Sushi, Geishas und Hing Hong“ verwandelte sich die alte Halle am Rosenmontagabend in eine fernöstliche Festlocation. Ab 20 Uhr strömten die Karnevalisten in die nahezu voll besetzte Mehrzweckhalle, um den Höhepunkt ihrer Saison gebührend zu feiern. Die Bühne war entsprechend dem japanischen Thema dekoriert und bot den perfekten Rahmen für die zahlreichen Auftritte.
Besonders beeindruckte der Jung-Elferrat, der als Männerballett in authentischen japanischen Kostümen auftrat – von stolzen Samurai bis zu imposanten Sumo-Ringern. Auch das Tanzpaar und die Garden zeigten sich in fernöstlich inspirierten Outfits. Die Choreografien saßen perfekt, sowohl bei der Großen Garde als auch bei der Funkengarde. Selbst die jüngsten Mitglieder der Kleinen Garde hatten sich seit ihrem ersten Auftritt am 11. November des Vorjahres deutlich weiterentwickelt und begeisterten das Publikum.
Stehende Ovationen und spendenfreudiges Publikum
Die Stimmung im Saal war durchweg euphorisch. Bei der Prinzenrede von „Prinz Henry zum Zweiten“ und seiner Prinzessin Riccarda, bei den launigen Moderationen von Zeremonienmeister René Anders sowie bei den beiden Büttenreden ging das Publikum voll mit. Immer wieder ertönte das Vereinsmotto „Lübz Ahoi“ durch den Saal.
Besondere Anerkennung erhielt die Große Garde unter Trainerin Marijana Groth, die mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. Auch der Finanzminister des Vereins konnte sich freuen: Die Spendentruhe füllte sich zusehends, was den Kindern in der kommenden Saison wieder freien Eintritt zum Kinderkarneval sichern wird. Besonders erfreulich waren Spenden aus der Region, die teilweise bis in den vierstelligen Bereich reichten.
Positive Bilanz und ungewisse Zukunft
Vereinspräsident Danny Groth zog im Gespräch eine durchweg positive Bilanz der gesamten Saison: „Wir hatten richtig gelungene Tage und versprechen jetzt schon eine tolle Saison für das nächste Jahr!“ Wo genau diese stattfinden wird, wollte der Narren-Präsident noch nicht verraten.
Die neue Halle wird voraussichtlich nicht rechtzeitig zur nächsten Karnevalssaison fertig sein, obwohl die Bauarbeiten in den nächsten Tagen beginnen sollen. Bürgermeisterin Astrid Becker (Die Linke) schloss eine Fertigstellung bis zum nächsten Februar nicht komplett aus. Für ihr Engagement wurde sie von den Karnevalisten bei der Rückgabe des Stadtschlüssels mit einer speziellen „Bauleiterin“-Weste geehrt.
Mit dem Gassenhauer „Reißt die Hütte ab!“ endete der Ball schließlich symbolträchtig – ein passender Abschluss für den letzten Karnevalsabend in der alten Mehrzweckhalle, die nun nach einem halben Jahrhundert Veranstaltungsgeschichte dem Abriss weichen wird.



