50 Jahre 'Taxi Driver': Das düstere Meisterwerk von Scorsese feiert Jubiläum
50 Jahre 'Taxi Driver': Scorseses Meisterwerk wird 50

50 Jahre 'Taxi Driver': Der berühmteste Incel der Filmgeschichte

Jubiläum: Vor 50 Jahren schockierte das Scorsese-Werk 'Taxi Driver' mit Robert De Niro und Jodie Foster die Kinowelt. Warum dieser Höhepunkt des New-Hollywood-Kinos auch heute noch als sehenswert und relevant gilt, zeigt eine tiefgehende Betrachtung.

Ein zeitloses Psychodrama entsteht

'Taxi Driver' gewann 1976 die Goldene Palme in Cannes und wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Regie führte der damals 33-jährige Martin Scorsese, die Hauptrolle übernahm Robert De Niro im Alter von 32 Jahren. Der Film erzählt die Geschichte von Travis Bickle, einem psychisch labilen Vietnam-Veteranen, der nachts als Taxifahrer in New York arbeitet und die Stadt voller 'Abschaum' wahrnimmt, den er gerne 'säubern' würde.

Nach heutigen Maßstäben könnte der Film kontrovers diskutiert werden, da er Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Schwulenfeindlichkeit abbildet, das N-Wort verwendet und Kinderprostitution zeigt. Dennoch gilt das düstere Großstadtwerk trotz seiner Verankerung in den 1970er Jahren als zeitloses Meisterwerk, das tief in die menschliche Psyche eintaucht.

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Die Handlung: Ein Porträt der Einsamkeit

'Taxi Driver' zeichnet das Porträt von Travis Bickle, einem einsamen Wolf, der gegen 'die da oben' mobil macht. Aus heutiger Sicht ist das Werk Kulturkampf-Kino, das destruktive, heute als toxisch bezeichnete Männlichkeit erforscht. Es ist eine Studie über Einsamkeit und die Suche nach Erlösung, die viele Zuschauer bis heute fesselt.

Der Ex-Marine Travis Bickle leidet unter Schlafstörungen und findet als Taxifahrer in Nachtfahrten Erleichterung. Er wird zum stillen Beobachter der dekadenten Metropole New York. Seine Verliebtheit in die Wahlkampfhelferin Betsy endet in einer Abfuhr, nachdem er ungeschickt ein Date ins Pornokino lenkt. Dies führt zu einer Steigerung in die Rolle eines Kriegers, der einen Anschlagsversuch auf einen Präsidentschaftskandidaten unternimmt.

Schließlich entlädt sich sein Hass in einem Amoklauf gegen eine Zuhälterbande um die minderjährige Prostituierte Iris. Das Blutbad überlebt Travis schwer verletzt und wird in den Medien als Held gefeiert. Die Anerkennung steht im krassen Gegensatz zu seinem früheren Leben, und die Zuschauer bleiben mit einem mulmigen Gefühl zurück, ob Travis noch eine tickende Zeitbombe ist.

Warum der Film heute noch aktuell ist

Die im Film gezeigten gesellschaftlichen Gräben in den USA sind heute wahrscheinlich noch größer und gelten für viele Länder. Damals polarisierten der Vietnamkrieg und Richard Nixons Präsidentschaft, heute scheinen die Vereinigten Staaten unter Donald Trump mehr denn je durch unterschiedliche Sichtweisen auf Themen wie Kriminalität und Sexualität gespalten.

Menschen wie Bickle fühlen sich machtlos und entfremdet, verstehen die Welt nicht mehr. Ein passender Begriff für Bickle als Typus wäre heute 'Incel', ein Mix aus 'involuntary' und 'celibate', der Männer beschreibt, die unfreiwillig sexuell enthaltsam leben und sich ungeliebt fühlen. Bickle wäre heutzutage auch gut vorstellbar als hasserfüllter Troll in sozialen Medien.

Regie, Drehbuch und Stars

Regisseur Martin Scorsese, der in einer Szene einen bärtigen Fahrgast mimt, schafft eine intensive Atmosphäre eines heruntergekommenen New Yorks nahe am Bankrott. Die Bilder ziehen den Zuschauer in die isolierte und paranoide Welt von Travis hinein. Berühmt ist die Szene vor einem Spiegel, in der De Niro improvisierend fragt: 'Redest du mit mir?'

Autor Paul Schrader ließ sich für sein Drehbuch von eigenen New-York-Erfahrungen und den Tagebüchern von Arthur Bremer inspirieren. Neben Robert De Niro als Travis und Cybill Shepherd als Betsy ist Harvey Keitel als windiger Zuhälter zu sehen. Die damals erst zwölf Jahre alte Jodie Foster spielt die Kinderprostituierte Iris und zeigte eine unglaublich reife Leistung, die ihr eine Oscar-Nominierung einbrachte.

Die Musik und ihr Einfluss

Die Sogwirkung von 'Taxi Driver' wird durch die Musik von Bernard Herrmann verstärkt, dem kongenialen Komponisten von Alfred Hitchcock. Herrmann, bekannt für Werke wie 'Psycho' und 'Vertigo', starb kurz nach den Aufnahmen im Dezember 1975, und der Film ist ihm posthum gewidmet. Der vielschichtige Saxofon-Sound trägt maßgeblich zur düsteren Atmosphäre bei.

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Insgesamt bleibt 'Taxi Driver' ein faszinierendes und beunruhigendes Werk, das 50 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner Kraft verloren hat. Es lädt dazu ein, über Themen wie Einsamkeit, Gewalt und gesellschaftliche Spaltungen nachzudenken, die bis heute relevant sind.