Cannes 2026: Goldene Palme mit starkem deutschen Akzent
Vom 12. bis 23. Mai 2026 verwandelt sich die französische Küstenstadt Cannes erneut in den globalen Epizentrum des Kinos. Das prestigeträchtigste Filmfestival der Welt hat sein Wettbewerbsprogramm für die 79. Ausgabe vorgestellt – und deutsche Filmemacher sowie Schauspieler sind in diesem Jahr besonders prominent vertreten. Festivalleiterin Iris Knobloch und Thierry Frémaux, der künstlerische Leiter, präsentierten die Auswahl bei einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag.
Deutsche Stars in historischem Drama
Für das deutsche Publikum von besonderem Interesse ist der Wettbewerbsbeitrag des polnischen Regisseurs Pawel Pawlikowski. Sein Film „1949“ basiert auf einem gemeinsam mit Hendrik Handloegten („Babylon Berlin“) geschriebenen Drehbuch und zeigt Hanns Zischler als Literaturnobelpreisträger Thomas Mann sowie Sandra Hüller in der Rolle seiner Tochter Erika Mann. Die Handlung folgt den beiden bei ihrer ersten Rückkehr aus dem amerikanischen Exil nach Deutschland mitten im Kalten Krieg – ein historisches Drama mit deutsch-amerikanischen Verwerfungen.
Internationales Feld mit deutscher Beteiligung
Insgesamt 21 Filme konkurrieren 2026 um die begehrte Goldene Palme. Neben Pawlikowskis Beitrag sind deutsche Produktionsfirmen an mehreren weiteren Wettbewerbsfilmen beteiligt: An Ryusuke Hamaguchis „Soudain“, Marie Kreutzers „Gentle Monster“, Andrey Zvyagintsevs „Minotaur“ und dem neuesten Werk der deutschen Regisseurin Valeska Grisebach. Ihr Film „Das geträumte Abenteuer“ spielt in einer bulgarischen Grenzstadt und markiert Grisebachs Rückkehr nach Cannes, wo sie 2017 mit „Western“ in der Reihe „Un certain regard“ debütierte.
Weitere deutsche Präsenz im Festivalprogramm
Neben den Wettbewerbsbeiträgen zeigt sich deutsche Filmkunst auch in anderen Festivalsektionen. In der Nebenreihe „Cannes Première“ präsentiert Volker Schlöndorff seine Verfilmung von Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ mit Lars Eidinger in der Hauptrolle. Eidinger ist zudem in László Nemes‘ Wettbewerbsfilm „Moulin“ zu sehen, was die starke Präsenz deutscher Schauspieler in diesem Jahr unterstreicht.
Internationale Highlights und Überraschungen
Das internationale Feld wird von bekannten Namen geprägt: Der spanische Regiestar Pedro Almodóvar ist ebenso vertreten wie der iranische Filmemacher Asghar Farhadi mit „Parallel Stories“, gedreht in Paris mit Isabelle Huppert und Virginie Efira. Hirokazu Kore-eda, Gewinner der Goldenen Palme 2018, stellt mit „Sheep in the Box“ eine Geschichte über ein Paar vor, das einen humanoiden Roboter wie ein Kind großzieht. Eine besondere Überraschung ist John Travoltas Regiedebüt „Propeller One-Way Night Coach“ in der „Cannes Première“-Reihe, inspiriert von seiner Flugleidenschaft und geplant für eine Veröffentlichung bei Apple TV+ Ende Mai.
Die Festivalleitung behält sich vor, das Teilnehmerfeld in den kommenden Wochen noch zu erweitern. Doch bereits jetzt zeichnet sich ab: Cannes 2026 wird nicht nur ein internationales Kinoereignis ersten Ranges, sondern auch ein besonderes Jahr für den deutschen Film auf der globalen Bühne.



