Luz Elisabeth Sánchez: Eine junge Bratschistin auf dem Weg zur Uraufführung
Es ist nicht einfach, Luz Elisabeth Sánchez zu erreichen. Die talentierte Bratschistin war in den vergangenen Wochen nahezu ununterbrochen auf internationalen Tourneen unterwegs. Von Spanien über Tokio und Zürich bis nach Südafrika bereiste sie die Welt, trat als Solistin auf, musizierte in verschiedenen Kammermusikformationen und gab Unterricht. „Das ist manchmal ganz schön verrückt“, gesteht die sympathische Musikerin während eines Telefoninterviews von einem Zwischenstopp in Frankfurt am Main aus.
Ein Leben voller Musik und Reisen
Doch trotz der intensiven Reisetätigkeit liebt Luz Elisabeth Sánchez dieses Leben. Immer wieder an neuen Orten zu spielen, neue Menschen kennenzulernen und musikalisch stets frische Wege zu beschreiten – diese Rastlosigkeit genießt die aus Spanien stammende Künstlerin zutiefst. In den vergangenen Monaten kreisten ihre Gedanken jedoch besonders um ein spezielles Werk: das erste Bratschenkonzert von Lutz Schumacher, das am 27. April im Solitär in Parchim mit der Neuen Philharmonie MV und Luz Elisabeth Sánchez als Solistin seine Uraufführung erleben wird.
Weitere Aufführungen sind für den 28. April in Waren, den 29. April in Pasewalk und den 30. April in Demmin geplant. Die Konzerte beginnen jeweils um 19 Uhr und versprechen musikalische Höhepunkte.
Von der ersten Anfrage zur intensiven Zusammenarbeit
Luz Elisabeth Sánchez gehörte zu den ersten Personen, die von Schumachers ambitioniertem Bratschenkonzertprojekt erfuhren. Vor zwei Jahren, als sie bei der Aufführung seiner ersten Sinfonie im Nordosten durch die Neue Philharmonie MV mitspielte, fragte der Komponist sie, ob sie sich vorstellen könne, den Solopart in seinem ersten Bratschenkonzert zu übernehmen. „Da habe ich nicht lange gezögert und sofort zugesagt“, erinnert sich die heute in Berlin lebende Spanierin mit Begeisterung.
Seit ihrem siebten Lebensjahr spielt die 2001 im spanischen Málaga geborene und aufgewachsene Künstlerin Bratsche. Ihre musikalische Förderung erhielt sie durch ihre Familie: Ihre Mutter singt leidenschaftlich, ihr Vater spielt Gitarre. Mit nur 14 Jahren zog Luz Elisabeth Sánchez der Musik wegen nach Deutschland, wo sie am Landesmusikgymnasium Carl Maria von Weber in Dresden ihr Jungstudium begann.
Eine beeindruckende musikalische Karriere
Es folgten Studien an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und aktuell an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Neben zahlreichen Auftritten in verschiedenen Kammermusikformationen gestaltete sie bereits Solopartien mit Orchester und gastierte in renommierten Konzertsälen wie der Berliner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Concertgebouw Amsterdam, der Alten Oper Frankfurt, der Tonhalle Zürich, der Semperoper und der Frauenkirche Dresden.
Fest engagiert ist sie als Solobratschistin im Deutsch-Romantischen Orchester in Berlin. Wenn es ihre Zeit erlaubt, geht Luz Elisabeth Sánchez jedoch immer wieder gerne auf Tour durch den Nordosten mit der Neuen Philharmonie MV, die von Andreas Schulz gegründet und dirigiert wird. „Ich arbeite sehr gerne mit Andreas zusammen“, betont sie.
Die Herausforderung der Uraufführung
Besonders stolz ist die Bratschistin auf die Einstudierung und Aufführung des Bratschenkonzerts mit der Neuen Philharmonie MV. Es ist das erste Mal, dass sie ein Konzert zur Uraufführung bringen darf. Seit dem Sommer 2025 hält sie die Partitur in den Händen, die allerdings noch nicht die endgültige Fassung darstellt.
Denn zwischen den vom Komponisten im stillen Kämmerlein erdachten Noten auf dem Papier und der tatsächlichen Spielbarkeit eines Werkes klafft oft eine Lücke. Seit ihren ersten individuellen Proben steht Luz Elisabeth Sánchez deshalb in engem Austausch mit Lutz Schumacher, der im Hauptberuf Geschäftsführer der Nordkurier-Mediengruppe ist.
„Es geht unter anderem um Dynamik, um Klangfarben sowie um die Abstimmung der Lautstärke von Orchester und Soloinstrument“, erklärt die Musikerin. Schumacher habe sein Werk zunächst am Klavier entwickelt. Sie müsse nun prüfen, ob bestimmte Griffe auf der Bratsche überhaupt ausführbar seien. „Ja, dann muss ich auch mal sagen: Lutz, das geht so nicht!“
Musik, die aus dem Herzen kommt
Das erste Mal erklang das Bratschenkonzert Anfang Februar bei einem Workshop zusammen mit der Neuen Philharmonie MV, Dirigent Andreas Schulz, dem Komponisten und ihr als Solistin. Luz Elisabeth Sánchez ist überzeugt, dass das Stück nach den intensiven Orchesterproben Mitte April perfekt sitzen wird.
Sie freut sich jedenfalls schon jetzt auf die Uraufführung in Parchim: „Bei mir kommt die Musik immer aus dem Herzen und das wird auch dieses Mal so sein.“ Ihre Familie in Málaga verfolgt die musikalische Entwicklung der Tochter meist aus der Ferne mit großer Aufmerksamkeit. Zu dem besonderen Auftritt reisen Mutter und Vater mit weiteren Familienmitgliedern und Freunden nach Berlin, um am 2. Mai in der Siemens-Villa das Bratschenkonzert live zu erleben. „Darauf freue ich mich natürlich riesig“, sagt Luz Elisabeth Sánchez.
Konzertprogramm und Ticketinformationen
Die Neue Philharmonie MV präsentiert auf ihrer Tournee durch den Nordosten ein abwechslungsreiches Programm: Ludwig van Beethovens 6. Sinfonie „Pastorale“, Lutz Schumachers 1. Bratschenkonzert mit Luz Elisabeth Sánchez als Solistin und Gioachino Rossinis Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“.
Karten zum Preis von 28 Euro können telefonisch unter 0395 35116134 bestellt werden. Weitere Informationen und den Online-Ticketkauf finden Interessierte unter mein.nordkurier.de/slk. Wer den neuen Klassik-Newsletter abonniert, kann sich zudem 10 Prozent Ticket-Rabatt für die April-Konzerte sichern.
Mit nur 24 Jahren hat Luz Elisabeth Sánchez bereits viel als Musikerin erreicht. Dennoch hat sie noch viele Träume. „Ich träume davon, mit meiner Musik immer wieder etwas Neues zu erzählen.“ Und mit der Uraufführung in Parchim beginnt sicherlich ein weiteres spannendes Kapitel ihrer vielversprechenden Karriere.



