Ein Dorf entdeckt die Orgel neu – nicht nur im Gottesdienst, sondern als Treffpunkt. In Zollchow spielt Christian Graviat sogar ein Stück für Kühe und Blumen. Nach dem Konzert wurden Wein, Wasser und Brezeln serviert.
Orgelkonzert als Dorftreffpunkt
Zu den Andachten bleiben die Kirchen nicht nur auf dem Land zum Leidwesen vieler Pfarrer oft fast leer. Stehen Konzerte am „Schwarzen Brett“, füllen sich die Gotteshäuser aber schnell. Diese Erfahrung hat Organist Christian Graviat auch in der Uckermark gemacht. Nach 30 Jahren im Bayrischen beheimatet, kehrte der gebürtige Prenzlauer vor geraumer Zeit in seine alte Heimat zurück und suchte auch hier sofort nach Auftrittsorten.
Gemeinde öffnet Türen
In Zollchow, wo eine wunderschön restaurierte Orgel steht, empfing ihn die Gemeinde beispielsweise mit offenen Armen. Dort machte man sich sofort an die Organisation des Events, das dieser Tage im Anschluss noch mit einem gemütlichen Beisammensein bei Wein und Brezeln ausklang. An der Königin der Instrumente assistierte dem Profi an besagtem Abend sogar jemand aus dem Ort. Annette Rinke gehört zu der Gruppe von vier Frauen und Männern, der Christian Graviat im Rahmen eines Musikprojekts seit Kurzem Unterricht gibt, wie Pfarrerin Katja Schmiedeke-Lenz den Konzertbesuchern stolz berichtete.
Lob für die Anfänger
Die Pastorin und Musiker Christian Graviat zollten den Anfängern aus der Gegend dann auch öffentlich Lob. Ein Instrument zu lernen, bedinge, dass man Mut habe, sich an die Tastatur zu wagen, und dass man sich dafür auch Zeit nehme, stellten sie vor den über 60 Gästen aus Nah und Fern heraus. Noch sei kein Meister vom Himmel gefallen, hieß es weiter.
Spontanes Stück für Kühe und Blumen
Das Programm – beschrieben wurde es mit „große heimatliche Musik für Körper, Geist und Seele“ – wurde von dem Organisten spontan um ein Stück erweitert. Bei seiner Anreise nach Zollchow war der 53-Jährige nämlich an den „wunderschönen Kühen von Landwirtsfamilie Paulsen“ vorbeigekommen und hatte spontan beschlossen, dass er eine, speziell für diese Vierbeiner und bunte Blumen komponierte Melodie zu Gehör bringen werde. Sein Dank war zum Schluss lauter Applaus, den er gern an die vielen Helfer aus der Gemeinde weitergab.
Gemeinschaft nach dem Konzert
Beim anschließenden Beisammensein vor der Kirche drehten sich die Gespräche dann nicht nur um Orgelmusik, sondern um Gott und die Welt. „Schön, das können wir gern mal wiederholen“, war in der Runde mehrfach zu hören an diesem lauen Mai-Abend.



