München – Wer sich am Sonntag auf frische Krimikost freute, wird enttäuscht. Mit der guten, aber nicht neuen Tatort-Folge aus Münster „Man stirbt nun zweimal“ (20.15 Uhr im Ersten) ist die ARD-Reihe in der diesjährigen Sommerpause gelandet. Und die ist so lang wie noch nie: vier Monate!
Rekordlange Pause von 19 Wochen
Erst am 13. September 2026 geht es mit neuen Fällen weiter. Während die „Tatort“- und „Polizeiruf“-freie Zeit im letzten Jahr 12 Wochen und 2024 insgesamt 17 Wochen betrug, gibt es jetzt mit 19 Wochen einen neuen Rekord. Doch das soll nicht an Einsparungen liegen.
„Die längere Sommerpause in diesem Jahr ist eine einmalige Ausnahme aus planerischen Gründen – sie bedeutet keine generelle Reduzierung der Erstausstrahlungen auf dem beliebten Sonntags-Sendeplatz um 20.15 Uhr“, sagt eine ARD-Sprecherin.
Fußball-WM als Grund
Bei der Planung spielte natürlich die Fußball-Weltmeisterschaft eine Rolle. Das Turnier startet am Donnerstag, 11. Juni, in Mexiko, das Finale findet am Sonntag, 19. Juli, in New York statt. In der Zeit solcher Sport-Großereignisse gibt es traditionell wenig Erstausstrahlungen, da Konkurrenzprogramme dann meistens nur auf wenig Interesse stoßen.
Dennoch erklärt das nicht, warum es diesmal für Krimifans eine Durststrecke von 19 Wochen gibt. Tatsächlich liegt es auch daran, dass in diesem Jahr insgesamt nur 36 Erstausstrahlungen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ im Ersten geplant sind. Das sind vier Krimis weniger als im Durchschnitt.
Planungsbedingte Verschiebungen
Doch auch dafür gibt es eine Erklärung: „Im vergangenen Jahr wurden mit 42 Folgen zwei Krimis mehr als üblich ausgestrahlt, die für 2026 nun fehlen. Zwei weitere Premieren werden aus Planungsgründen erst im Jahr 2027 gezeigt. Entsprechend bündeln sich 2026 die ‚Tatort‘-Wiederholungen in der verlängerten Sommerpause vom 10. Mai bis 13. September“, so die ARD-Sprecherin.
Hinzu kommt noch, dass es Ostern mit der Abschieds-Doppelfolge der Münchner „Tatort“-Kommissare Miroslav Nemec (71, Ivo Batic) und Udo Wachtveitl (67, Franz Leitmayr) statt einem, gleich zwei neue Fälle an den Feiertagen gezeigt wurden. So rutschte die Ausstrahlung des letzten frischen Falls auf den 3. Mai vor.
Ausweichmöglichkeit in der ARD-Mediathek
Wer nun trotz Sommerpause seinen Tatort-Durst ungehindert löschen möchte, dem bleibt die ARD-Mediathek. Dort kann er dann sein eigenes „Tatort“-Krimiprogramm aus (alten) Fällen zusammenstellen.



