Rauchen in der DDR: Kultige Zigaretten-Marken, die den Alltag der Ostdeutschen prägten
DDR-Zigaretten: Diese Kult-Marken prägten den Alltag

Rauchen in der DDR: Kultige Zigaretten-Marken, die den Alltag der Ostdeutschen prägten

In der Deutschen Demokratischen Republik gehörten Zigaretten für die meisten Bürger zum festen Bestandteil des täglichen Lebens. Kaum jemand verließ das Haus ohne eine volle Schachtel Fluppen in der Tasche. Die Zigarettenherstellung war von Anfang an staatlich geregelt und lag in den Händen der volkseigenen Betriebe, wobei Dresden eine besonders wichtige Rolle einnahm.

f6: Der unvergessene Klassiker

Die Zigarettenmarke f6 war zweifellos eine der bekanntesten und beliebtesten Sorten in der DDR. Sie begleitete mehrere Generationen von Ostdeutschen durch ihren Alltag und wurde bis 1990 in den VEB Dresdner Zigarettenfabriken hergestellt. Die klassische 20er-Packung kostete konstant 3,20 Mark der DDR.

Ihr Erkennungsmerkmal waren kurze Filter und eine unverwechselbare Tabak-Mischung. Die Abkürzung f6 stand für Filterzigarette der 1960er Jahre und wurde aus vergleichbar hochwertigem Tabak gefertigt. Bis 2019 wurden die f6-Zigaretten noch in der Zigarettenfabrik in Striesen produziert, bevor die Herstellung nach Tschechien und Polen verlegt wurde.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Juwel: Die günstige Alternative

Auch die Marke Juwel wurde in Dresden produziert und zählte mit einem Preis von nur 2,50 Mark pro Schachtel zu den preiswertesten Zigarettenmarken der DDR. Ab 1972 kam zusätzlich die Variante Juwel 72 auf den Markt, die allerdings nicht in der DDR, sondern in Bulgarien hergestellt wurde.

Wegen der unterschiedlichen Tabakmischung traf die bulgarische Version nicht den Geschmack vieler DDR-Raucher. Zur Unterscheidung wurde die ursprüngliche Juwel oft als alte Juwel bezeichnet. Die Juwel-Zigaretten wurden schließlich 2015 vom Markt genommen, nachdem sie bis zuletzt in Dresden produziert worden waren.

Karo: Der legendäre Lungentorpedo

Ursprünglich unter dem Namen Carré bekannt, wurde die Marke in den 1960er Jahren eingedeutscht und in Karo umbenannt. Die Herstellung fand zunächst in Berlin statt, später wurde die Produktion nach Dresden verlegt. Mit einem Preis von gerade einmal 1,60 Mark für 20 Zigaretten war Karo besonders bei Arbeitern sehr beliebt.

Wegen ihres intensiven, rauchigen Geschmacks erhielt die Zigarette den treffenden Beinamen Lungentorpedo. Die Marke erlangte sogar musikalische Berühmtheit, als Wolfgang Lippert sie 1982 in seinem Lied Erna kommt besang. Nach der Wende wurde Karo zunächst weiter in Dresden produziert, bevor die Zigaretten 2022 endgültig vom Markt genommen wurden.

Cabinet: Der Dreizwanziger

Die Cabinet-Zigaretten wurden erst 1972 eingeführt und in Nordhausen sowie Dresden produziert. Sie gehörten in der DDR zu den sogenannten Dreizwanzigern, weil eine Schachtel konstant 3,20 Mark kostete. Zu dieser Preisklasse zählten neben Cabinet auch die Marken f6 und Semper.

Nach der Wiedervereinigung sank der Anteil der Cabinet-Produktion vor Ort von ursprünglich 33 Prozent auf nur noch zehn Prozent. Ende der 1990er Jahre musste der Standort in Nordhausen geschlossen werden, woraufhin die Produktion nach Langenhagen verlegt wurde. Dort wurden neue Varianten eingeführt und der Geschmack verändert, während Cabinet weiterhin verkauft wird.

Diese Zigarettenmarken waren mehr als nur Genussmittel - sie wurden zu kulturellen Symbolen des DDR-Alltags, die bis heute in der Erinnerung vieler Ostdeutscher lebendig bleiben.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration