Zum 100. Geburtstag: Die unruhige Regentschaft von Queen Elizabeth II.
Am 21. April 2026 wäre Queen Elizabeth II., die Jahrhundertkönigin, 100 Jahre alt geworden. Sie saß 70 Jahre lang auf dem britischen Thron und gilt heute als Ikone, doch ihre Regentschaft war keineswegs skandalfrei. Ein Rückblick zeigt, wie sehr die Monarchin mit den Eskapaden ihrer Familie und eigenen Fehlentscheidungen zu kämpfen hatte.
Ein Leben im Dienst der Nation mit familiären Belastungen
Elizabeth wurde am 21. April 1926 als Tochter von König Georg VI. und Elizabeth Bowes-Lyon geboren. Ihr Vater war wider Willen auf den Thron gelangt, nachdem sein Bruder Edward VIII. der royalen Pflichterfüllung entsagt hatte, um Wallis Simpson zu heiraten. Diese familiäre Vorgeschichte prägte Elizabeth nachhaltig. Sie versprach, ihr ganzes Leben – "möge es kurz oder lang sein" – dem Dienst an der Nation zu widmen. Doch die Realität ihrer Amtszeit war von zahlreichen Herausforderungen geprägt.
Ihr eigener Ehemann, Prinz Philip, den sie später als "meine Stärke und mein Halt" bezeichnete, sorgte immer wieder für politische Verstimmungen. Besonders in Erinnerung blieb seine uncharmante Begrüßung von Helmut Kohl als "Herr Reichskanzler", die bewusst provokativ wirkte. Philip, der ebenso wie die Queen deutsche Wurzeln hatte, wusste genau, welches Skandälchen er damit auslöste.
Die Diana-Jahre: Ein medialer Albtraum für die Monarchie
Noch größere Probleme bereitete der Thronerbe Prinz Charles. Seine Ehe mit Lady Diana Spencer entwickelte sich zu einem medialen Dauerbrenner, von dem jahrelang eine ganze Branche der Yellow Press lebte. Kein noch so intimes Detail blieb unausgewalzt – vom berüchtigten "Tampongate"-Telefonat bis zu den Spekulationen über Dianas Beziehungen. Die Scheidung des Prinzenpaares verschlimmerte die Situation nur weiter.
Doch der eigentliche Super-Gau für die Monarchie ereignete sich 1997 mit dem tragischen Tod Dianas in einem Pariser Tunnel. Die Queen zog in dieser Krise den Zorn ihrer Untertanen auf sich, weil sie zunächst schwiegen und auf ihrem schottischen Sommersitz Balmoral blieb. "Wo ist die Queen?", fragten Volk und Medien empört. Erst auf Druck von Premierminister Tony Blair hielt sie eine emotionale Rede an die Nation, in der sie Diana als "Großmutter" würdigte und damit die Monarchie vor dem Absturz bewahrte.
Späte Enttäuschungen und das Vermächtnis
Die letzten Jahre ihrer Regentschaft brachten weitere familiäre Enttäuschungen. Ihr Lieblingssohn Prinz Andrew verstrickte sich tief in den Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Die Queen entzog ihm alle militärischen Ränge, doch zur vollständigen Ausstoßung kam es erst nach ihrem eigenen Tod am 8. September 2022.
Was bleibt von Queen Elizabeth II.? Zahlreiche Denkmäler erinnern an die Frau, die selbst nach 70 Jahren Thronzeit zum Denkmal für die letzte Phase des alten Empire geworden war. Zum 100. Geburtstag wird ihr im Londoner Regent's Park ein Garten gewidmet. Vielleicht wäre sie ohne die historischen Umstände viel lieber die Frau mit Kopftuch gewesen, die mit ihren Corgis spazieren ging und Ausritte mit ihren Pferden unternahm. Doch das Schicksal bestimmte anders – und so wurde sie zur Monarchin, die trotz aller Skandale und Krisen bis zuletzt auf dem Thron blieb.



