Brandenburg erkennt Karneval als immaterielles Kulturerbe an - Ostdeutsche Tradition gewürdigt
Karneval in Brandenburg nun immaterielles Kulturerbe

Karneval in Brandenburg offiziell als immaterielles Kulturerbe anerkannt

Nicht nur in den traditionellen Hochburgen wie Düsseldorf, Köln und Mainz wird die fünfte Jahreszeit ausgelassen gefeiert. Auch in Ostdeutschland haben Karneval, Fastnacht und Fasching eine lange und lebendige Tradition, die nun in Brandenburg eine offizielle Würdigung erfährt. Das Land hat das bunte Treiben in sein Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Ministerin betont Bedeutung der ostdeutschen Karnevalskultur

Kulturministerin Manja Schüle (SPD) unterstrich die Bedeutung dieser Entscheidung: „Auch wenn wir es Fasching oder Fastnacht nennen, so zeigen uns nicht nur die Lausitzer schon lange, dass man nicht in Köln, Mainz oder Düsseldorf leben muss, um ausgelassen zu feiern“, erklärte sie. „Umzüge, Maskenbälle und das sorbische 'Zampern' haben eine tief verwurzelte, lebendige Tradition in unserer Region.“

Die Aufnahme in das Landesverzeichnis ist ein wichtiger Schritt zur Anerkennung der kulturellen Vielfalt Brandenburgs. Neben den Karnevalsbräuchen wurde auch die Luckauer Christmette mit dem traditionellen Quempas-Singen ausgezeichnet. Diese mittelalterliche Tradition des Wechselgesangs mehrerer Chöre am ersten Weihnachtstag wird sowohl in Luckau im Landkreis Dahme-Spreewald als auch in Perleberg in der Prignitz gepflegt.

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Bundesweite Anerkennung für ostdeutschen Karneval angestrebt

Die Ehrung auf Landesebene soll jedoch nur der Anfang sein. Gemeinsam mit den Karnevalsverbänden aus Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurde ein Antrag gestellt, den Brauch „Karneval, Fasching, Fastnacht in Ostdeutschland“ in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Diese ostdeutschen Verbände umfassen beeindruckende 930 Vereine mit etwa 95.000 Mitgliedern.

Thüringen hat den Karneval bereits ähnlich wie Brandenburg in seine Landesliste des Kulturerbes integriert. Die gemeinsame Initiative der ostdeutschen Bundesländer unterstreicht das Bestreben, die kulturelle Bedeutung dieser Bräuche überregional sichtbar zu machen und zu erhalten.

Historische Traditionen erhalten und würdigen

Die Luckauer Christmette mit dem Quempas-Singen wurde auf Vorschlag einer Expertenjury in das Brandenburger Verzeichnis aufgenommen. Ministerin Schüle betonte die historische Dimension: „Auch wenn früher mehr Lametta war, so lässt sich das traditionelle Quempas-Singen in der Luckauer Christmette bereits mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen.“ Der Antrag dafür wurde vom Luckauer Heimatverein und der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Luckau eingereicht.

Diese Entscheidungen des Brandenburger Kulturministeriums markieren einen bedeutenden Schritt zur Bewahrung und Wertschätzung lokaler und regionaler Traditionen. Sie zeigen, dass kulturelles Erbe nicht nur in den bekannten Metropolen, sondern auch in ländlichen Regionen und ostdeutschen Bundesländern lebendig und schützenswert ist.

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