Klostermühle Boitzenburg: Aufräumaktion macht Mühlenhandwerk erlebbarer
Klostermühle Boitzenburg: Aufräumaktion macht Mühlenhandwerk erlebbar

Klostermühle Boitzenburg: Aufräumaktion macht Mühlenhandwerk erlebbarer

Die Ausstellungssaison im Klostermühlenmuseum Boitzenburg hat begonnen, und Klostermüller Martin Joost verzeichnet eine starke Nachfrage nach seinen beliebten Führungen durch das technische Museum. Bereits die ersten Schulklassen konnten in diesem Jahr erleben, wie er das historische Mahlwerk wieder in Schwung bringt und die faszinierende Welt des Müllerhandwerks zum Leben erweckt.

Neue Durchblicke durch radikale Aufräumaktion

Besucher des Museums können nun die verschiedenen technischen Anlagen wie Mahlwerk, Walzenstühle, Turbine und Mischwerk deutlich besser erkennen und erleben. Dies ist das Ergebnis einer umfassenden Aufräumaktion, die die Gemeinde in Abstimmung mit dem neuen, privaten Eigentümer Daniel Haver durchgeführt hat. Das Mühlengebäude wurde von einem Großteil des gesammelten Ausstellungsmaterials befreit, was ganz neue Durchblicke durch das historische Gemäuer ermöglicht.

„Das Inventar der Mühle haben wir nicht mit erworben, das ist Eigentum der Gemeinde oder von Bürgern“, erklärt Daniel Haver, der neue Eigentümer von Klostermühle, -scheune und -schenke. „Die Gemeinde hat alles, was bewahrenswert ist, in Absprache mit unserem fachlichen Berater, Dr. Kurt Winkler, Museumsexperte und Kurator aus Berlin, in einer Halle in Boitzenburg einlagern lassen.“

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Fokus auf die Mühle als Produktionsstätte

Die künftige Ausrichtung des Mühlenmuseums soll sich stärker auf die Mühle als Produktionsstätte konzentrieren. Einzelne Ausstellungsstücke wie die Möbel aus der Müllerstube werden später sicher wieder in der Mühle präsentiert, doch der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Vermittlung des technischen Handwerks.

Über die Jahrzehnte hatten sich dank der Sammelleidenschaft früherer Müller Unmengen an Ausstattung angesammelt, die den Blick auf das Wesentliche verstellten. Bürgermeister Frank Zimmermann (parteilos) befand, dass viele Gegenstände bestenfalls noch Sekundärrohstoffwert besaßen. „Einiges, was Leihgabe war, aber für den Museumsbetrieb nicht mehr benötigt wird, hat die Gemeinde, so möglich, an die Eigentümer zurückgegeben“, klärt Haver auf. Die Radioausstellung wurde beispielsweise dem Stadtmuseum von Templin zur Verfügung gestellt.

Klostermüller begeistert vom neuen Konzept

Klostermüller Martin Joost zeigt sich überwältigt vom Ergebnis der Aufräumaktion, die ursprünglich Platz für künftige Bauarbeiten schaffen sollte. „Ich verhehle nicht, dass ich anfangs skeptisch war, als ich von der Privatisierung des technischen Denkmals hörte“, gesteht der erfahrene Müller. Doch inzwischen sei er begeistert von dem neuen Konzept.

Die ersten Besucher, darunter auch Stammgäste, hätten teilweise gar nicht bemerkt, dass etwas fehlt. Stattdessen profitieren sie nun von Joosts anschaulichen Erklärungen der „freigelegten“ technischen Anlagen. Der Klostermüller kann die Geräte nun besser in die Historie des Müllerhandwerks seit dem Mittelalter einordnen und vielleicht sogar künftig noch mehr Räder in Bewegung setzen.

Klostermüller bleibt an Bord

Als die Entscheidung anstand, ob er in die Umbruch-Gruppe wechseln oder als Gemeindearbeiter tätig sein wolle, habe er sich bewusst dafür entschieden, dabei sein zu wollen, wenn das Mühlenmuseum neu erfunden wird. Eingebettet in das Nutzungskonzept des Klosterparks sieht Martin Joost darin Chancen für die Gemeinde und den Tourismus in der Region.

Klärung zu Gerüchten über Ferienwohnung

Im Dorf hatten sich Gerüchte verbreitet, in der Mühle solle eine Ferienwohnung errichtet werden. Daniel Haver stellt hierzu klar: Im historischen Gemäuer der Mühle von 1750 sei so etwas nicht geplant. Nutzungsänderungen werde es lediglich im Anbau der Mühle geben, der aus dem Jahr 1920 stammt.

Dort könnten das Büro der Umbruch-Gruppe einziehen, ein Fahrstuhl für den barrierefreien Zugang zum Museum und eine behindertengerechte Toilette eingebaut sowie im Dachgeschoss eine Ferienwohnung eingerichtet werden. Das historische Mühlengebäude selbst bleibt somit als Museum und technisches Denkmal erhalten.

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Die Aufräumaktion hat nicht nur Platz für künftige Bauarbeiten geschaffen, sondern vor allem den Blick auf das eigentliche Herzstück der Klostermühle freigegeben: die faszinierende Technik des Mühlenhandwerks, die nun für Besucher besser erlebbar ist denn je.