„Fast“ ein Raffael kehrt zurück: Madonna-Kopie schmückt Schloss Ludwigslust
Raffael-Kopie kehrt nach Ludwigslust zurück

Historische Raffael-Kopie kehrt nach Ludwigslust zurück

Das Jahr 2026 wird mit großer Sicherheit als ein Ludwigsluster Jahr in die Geschichte eingehen. Am 30. Mai öffnet der Westflügel des imposanten Schlosses nach einer jahrelangen, aufwendigen Sanierung endlich wieder seine Pforten für die Öffentlichkeit. Dieser bedeutende Festakt wird von Kunstliebhabern und Geschichtsinteressierten in ganz Deutschland mit großer Spannung erwartet.

Die Neuordnung der Ausstellung

Mit der Wiedereröffnung verbindet sich eine umfassende Neuordnung der Ausstellungsräume, die den Besuchern ein völlig neues Erlebnis verspricht. In enger Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schlössern, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern (SSGK-MV) werden dabei zahlreiche Details und historische Einzelheiten aus dem Schlossleben präsentiert.

Alexandrines besondere Vorliebe

Im Mittelpunkt steht dabei ein besonderes Kunstwerk: Alexandrine von Preußen, die seit 1822 als Erbgroßherzogin von Mecklenburg-Schwerin wirkte, teilte mit ihrem Vater, König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, eine besondere Leidenschaft für den berühmten Renaissancemaler Raffael. Das gesamte 19. Jahrhundert war von einer regelrechten Raffael-Begeisterung erfasst, die zahllosen Künstlern durch Kopien seiner Werke beträchtliche Einnahmen bescherte.

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Friedrich Wilhelm III. unterhielt eine ganze Galerie mit vorzüglichen Raffael-Kopien in seinem Berliner Palais, die später in den Raffael-Saal des Potsdamer Orangerieschlosses überführt wurden. Auch Alexandrine bewahrte als kostbaren Schatz ihres persönlichen Eigentums eine Kopie von Raffaels berühmter Madonna della sedia aus dem Florentiner Palazzo Pitti, die sie vermutlich 1840 aus dem Nachlass ihres Vaters geerbt hatte.

Ein Testament und seine Folgen

In ihrem Testament verfügte Alexandrine ausdrücklich, dass diese Raffael-Kopie zusammen mit einem posthumen Porträt ihrer Mutter, Königin Luise, dauerhaft im großherzoglichen Hause verbleiben sollte. Die Nachkriegswirren führten jedoch zu einem anderen Ergebnis: Während der originale Rahmen die turbulenten Zeiten überstand, ging das Gemälde selbst verloren.

Glücklicherweise belegt eine historische Fotografie aus Alexandrines Schweriner Witwensitz sowohl Raffaels Bild als auch den Rahmen. Beide gelangten vermutlich 1892, nach dem Tod der Erbgroßherzogin, die in der Familie liebevoll Adini genannt wurde, nach Ludwigslust.

Die glückliche Wiedervereinigung

Dank einer großzügigen Spende des Fördervereins Schloss Ludwigslust konnte kürzlich eine hervorragende Kopie der Madonna della sedia aus den Jahren um 1830 erworben werden. Diese Kopie passt wie angegossen in den originalen Rahmen Alexandrines und stellt somit eine glückliche Wiedervereinigung dar.

Ab dem 30. Mai wird diese bedeutende künstlerische Verbindung das Toilettenzimmer Adinis im Westflügel von Schloss Ludwigslust schmücken. Sie dient als bleibende Erinnerung an eines der persönlich wichtigsten Erinnerungsstücke, das die preußische Prinzessin je besessen hat, und bereichert die neu gestaltete Ausstellung um ein faszinierendes historisches Detail.

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