Die Stiftung Bauhaus Dessau und die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz haben sich einem offenen Brief gegen die Kulturpolitik der AfD angeschlossen, ohne die Stadt Dessau vorher zu fragen. Dabei sitzt die Stadt im Kuratorium beider Stiftungen. Nun rechtfertigen die Stiftungen ihr Vorgehen, während die AfD Kritik übt.
Hintergrund des offenen Briefs
Im April verfassten Dutzende Kultureinrichtungen in Sachsen-Anhalt einen offenen Brief, der sich gegen das Kulturprogramm der AfD richtet. Zu den Unterzeichnern gehören auch die Stiftung Bauhaus Dessau und die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, die für die Parks und Schlösser in Anhalt verantwortlich ist. Die Stadt Dessau-Roßlau, die im Kuratorium beider Stiftungen vertreten ist, wurde vor der Unterzeichnung nicht konsultiert.
Reaktion der Stiftungen
Beide Stiftungen sehen darin kein Problem. Sie betonen, dass der offene Brief eine kulturpolitische Positionierung sei, die im Einklang mit ihren satzungsgemäßen Aufgaben stehe. Eine vorherige Abstimmung mit der Stadt sei nicht erforderlich gewesen, da es sich um eine gemeinsame Erklärung vieler Einrichtungen handelte.
Kritik der AfD
Die AfD hingegen sieht das anders. Sie wirft den Stiftungen vor, sich politisch zu instrumentalisieren und Steuergelder für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen. Die Partei fordert eine Überprüfung der Finanzierung und eine klare Trennung von Kultur und Politik.
Bedeutung für die Kulturlandschaft
Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf: Dürfen öffentlich finanzierte Kultureinrichtungen politische Statements abgeben, ohne ihre Aufsichtsgremien zu informieren? Experten sehen hier einen Graubereich. Während die Meinungsfreiheit auch für Stiftungen gilt, müssen sie sich der öffentlichen Kontrolle stellen. Die Stadt Dessau hat sich bisher nicht offiziell geäußert.
Die Diskussion zeigt die zunehmende Polarisierung in der Kulturpolitik. Während die einen die Stiftungen für ihren Mut loben, kritisieren andere die Einmischung in politische Debatten. Klar ist: Der offene Brief hat eine Debatte ausgelöst, die weit über Dessau hinausreicht.



