Felix Klein warnt vor Antisemitismus auf Kultur-Bühnen: Hetze gegen Israel nimmt zu
Klein kritisiert Antisemitismus im Kulturbereich

Antisemitismusbeauftragter warnt vor Hetze auf Kultur-Bühnen

Der Bundesbeauftragte gegen Antisemitismus, Felix Klein, hat in einem aktuellen Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe deutliche Kritik an antisemitischen Äußerungen im Kulturbereich geäußert. Klein zeigte sich besorgt darüber, dass Künstlerinnen und Künstler zunehmend ihre Bühnen nutzen, um vor großem Publikum antiisraelischen Hass und Hetze zu verbreiten.

Prominente Fälle sorgen für internationale Empörung

Als Beispiele nannte Klein unter anderem den Auftritt des Punk-Rap-Duos Bob Vylan bei einem Festival in Südengland im vergangenen Sommer. Ein Rapper der Gruppe hatte damals die Menge mit dem Slogan "Death, death to the IDF" (Tod den israelischen Streitkräften) zu Sprechchören aufgefordert. Dieser als antisemitisch eingestufte Auftritt wurde in der Folge massiv kritisiert, auch vom britischen Premierminister Keir Starmer.

Die Musiker verteidigten den Slogan stets als legitime Kritik an der israelischen Kriegsführung im Gazastreifen, doch Klein sieht darin eine gefährliche Grenzüberschreitung. "Ich sehe es mit großer Sorge, dass im Kunst- und Kulturbereich Künstlerinnen und Künstler die Bühne nutzen, um vor großem Publikum antiisraelischen Hass und Hetze zu verbreiten", betonte der Antisemitismusbeauftragte.

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Kanye West: Einreiseverweigerung und Konzertabsagen

Ein weiteres prominentes Beispiel ist der US-Musiker Kanye West, der inzwischen unter dem Namen Ye auftritt. West, der für seine antisemitischen, rassistischen und Holocaust-relativierenden Äußerungen bekannt ist, wurde in Großbritannien zuletzt die Einreise verweigert. Auch in Polen wurde ein geplantes Konzert des Rappers von den Veranstaltern abgesagt.

In Frankreich cancelte West ein Konzert nach einem drohenden Verbot selbst. Der Musiker hatte 2025 ein Lied mit dem Titel "Heil Hitler" veröffentlicht und sich Anfang dieses Jahres in einer ganzseitigen Anzeige im "Wall Street Journal" entschuldigt. "Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit", schrieb West und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.

Kulturbereich in der Verantwortung

Felix Klein betonte die besondere Verantwortung des Kulturbereichs im Kampf gegen Antisemitismus. Künstler hätten zwar das Recht auf freie Meinungsäußerung, doch dürfe dies nicht dazu führen, dass Bühnen für Hetze und Hass gegen Israel missbraucht werden. Der Antisemitismusbeauftragte forderte eine klare Haltung von Veranstaltern, Festivals und Kulturinstitutionen gegen antisemitische Äußerungen.

Die zunehmenden Fälle von Antisemitismus im Kulturbereich zeigen laut Klein, dass das Problem nicht nur ein politisches, sondern auch ein gesellschaftliches und kulturelles ist. Es bedürfe einer gemeinsamen Anstrengung aller gesellschaftlichen Gruppen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und jüdisches Leben in Deutschland und Europa zu schützen.

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