DDR-TV-Klassiker 'Daniel Druskat': Verbot nach einem Jahr trotz Star-Ensemble
DDR-Film 'Daniel Druskat' nach nur einem Jahr verboten

DDR-TV-Klassiker 'Daniel Druskat': Ein Film, der Geschichte schrieb und schnell verboten wurde

Im August 1974 änderte sich das Leben der Familie Berkholz in Buchholz an der Müritz schlagartig. Ein unerwarteter Besuch aus Berlin, angeführt vom renommierten Regisseur Lothar Bellag, kündigte Dreharbeiten für einen Film über die Landwirtschaft an. Dieser Film sollte sich als der bedeutende DDR-Fünfteiler "Daniel Druskat" entpuppen, der ab dem 12. April 1976 erstmals ausgestrahlt wurde und nun vor 50 Jahren seine Premiere feierte.

Ein Hof im Fokus: Die Dreharbeiten in Buchholz

Der Dreiseitenhof der Familie Berkholz wurde als Kulisse für den Hof von Max Stephan ausgewählt, gespielt von Manfred Krug. Die Familie war überrascht, denn niemand hatte sie vorab informiert. "Hätte mein Vater gewusst, um welchen Film es geht, hätte er wohl nicht zugestimmt", sagt Achim Berkholz, heute 73 Jahre alt. Sein Vater Werner war ein privater Bauer, der unter Druck Mitglied der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) geworden war, ein zentrales Thema des Films, der auf dem Roman von Helmut Sakowski basiert.

Die Verbindung zum Hof entstand vermutlich durch Fritz Dallmann, einen SED-Funktionär und LPG-Vorsitzenden aus dem Nachbardorf Priborn, der den Autor Sakowski auf den Berkholz-Hof aufmerksam gemacht hatte. Im März 1975 rückte eine 30- bis 40-köpfige Filmcrew an, darunter Stars wie Angelica Domröse, Hilmar Thate, Ursula Karusseit und Manfred Krug. Für sechs Monate wurden sie fast Teil der Familie, besonders Mutter Erika und Tante Anni waren bei den Schauspielern beliebt.

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Unvergessliche Anekdoten und private Verwicklungen

Manfred Krug hinterließ bleibende Eindrücke: Er kam oft mit seinem privaten Auto zu Dreharbeiten und sorgte für amüsante Momente, wie als er nach einem Streit mit Regisseur Bellag in die Küche stürmte und rief: "Tante Anni, ich muss jetzt erst einmal einen Schnaps trinken." Eine andere Anekdote erzählt von einer verstopften Toilette, die Krug persönlich reparierte.

Während der Dreharbeiten verliebten sich Angelica Domröse und Hilmar Thate ineinander, was später zu ihrer Heirat führte. Thate hatte auch eine besondere Beziehung zum Pferd der Familie, das er regelmäßig besuchte. Die Dreharbeiten brachten nicht nur Stars, sondern auch Renovierungen: Das Haus bekam einen neuen Putz, das Wohnzimmer eine exklusive Tapete, und die Dorfstraße erhielt einen neuen Belag.

Medienecho und plötzliches Verbot

"Daniel Druskat" wurde in DDR-Medien wie "FF dabei" und der NBI ausführlich besprochen, mit Titelseiten, die Domröse und Thate zeigten. Regionalzeitungen wie die "Freie Erde" lobten den Film als "erregende Geschichte, erzählt mit soliden handwerklichen Mitteln". Nach der Erstausstrahlung im April 1976 und einer Wiederholung im September schien der Erfolg gesichert.

Doch 1976, im Kontext der Ausbürgerung des Sängers Wolf Biermann, verließen Krug, Domröse und Thate die DDR. Der Film landete auf dem Index und wurde erst im Dezember 1989 wieder im DDR-Fernsehen gezeigt. Heute ist der Fünfteiler auf DVD erhältlich, aber zum Jubiläum nicht im TV zu sehen, wie NDR und RBB bestätigten.

Nachwirkungen und Erinnerungen

Achim Berkholz und seine Schwestern verkauften den Hof 2017, doch die Erinnerungen bleiben: Zeitungsausschnitte, Fotos mit den Stars und viele Anekdoten zeugen von einer aufregenden Zeit. "Daniel Druskat" bleibt ein Stück DDR-Fernsehgeschichte, das trotz seines kurzen Lebens auf dem Bildschirm bis heute fasziniert.

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