Aus für Kult-Krimi: ARD stoppt 'Krause'-Filme nach Tod von Hauptdarsteller
Fans der beliebten 'Krause'-Filmreihe müssen sich von weiteren Geschichten aus dem fiktiven Ort Schönhorst verabschieden. Die ARD-Tochtergesellschaft Degeto hat entschieden, die Krimi-Reihe nach dem Tod des Hauptdarstellers Horst Krause nicht fortzusetzen. Diese Entscheidung trifft die Fangemeinde besonders hart, da die Filme um den Dorfpolizisten mit seinem Hund auf dem Motorrad zu einem echten Kultphänomen geworden waren.
Degeto begründet Entscheidung mit Respekt vor Horst Krause
Christoph Pellander, Redaktionsleiter der Degeto, erklärte die Entscheidung gegenüber Medien: "Die wunderbare Horst-Krause-Reihe steht und fällt mit der Hauptfigur Horst Krause. Daher möchten wir in Absprache mit dem RBB den einzigartigen Kosmos um Horst Krause bei ihm belassen, gerade aus Respekt vor dem Schauspieler, der von ihm gespielten Figur und dem Publikum." Diese Positionierung verdeutlicht, dass die Produktionsfirma die Reihe untrennbar mit der Person Horst Krause verbunden sieht.
Regisseur Bernd Böhlich reagiert enttäuscht und kritisch
Regisseur Bernd Böhlich, der die Filmreihe maßgeblich geprägt hat, zeigte sich von der Entscheidung der Degeto tief enttäuscht. In einem Interview mit der Zeitschrift 'Superillu' äußerte er deutliche Kritik: "Die Degeto Film hat meiner Meinung nach zu viel Entscheidungsgewalt gegenüber den Sendern, in unserem Fall dem RBB." Böhlich ging sogar noch weiter und bezeichnete den Stopp als "eine verpasste Chance" und "ein Schlag ins Gesicht des Publikums."
Der Regisseur verwies zudem auf die besondere Bedeutung der 'Krause'-Filme für die Region: "Und im fernen Hessen scheint man nicht zu wissen, wie beliebt und identitätsstiftend die 'Krause'-Filme sind – auch, was ein positives Brandenburg-Image und des Ostens allgemein angeht. Äußerst schade!" Diese Aussage unterstreicht die regionale Verankerung der Reihe, die über reine Unterhaltung hinausging.
Geplante Fortsetzung mit Jörg Schüttauf
Böhlich hatte konkrete Pläne für eine Fortführung der Reihe entwickelt. Er wollte die Handlung in Schönhorst mit dem Schauspieler Jörg Schüttauf weitererzählen. Schüttauf hatte bereits in einem früheren 'Krause'-Film den Sohn der Titelfigur gespielt und ist auch als Ermittler im 'Tatort' bekannt. Diese Besetzung hätte einen nahtlosen Übergang ermöglichen können.
Die Degeto reagierte auf die Kritik mit einem Verweis auf ihre zahlreichen Produktionen in Ost- und Mitteldeutschland. Das Unternehmen betonte, bundesweit präsent zu sein und unterschiedliche Regionen abbilden zu wollen. Diese Aussage lässt erkennen, dass die Entscheidung gegen eine Fortsetzung der 'Krause'-Reihe Teil einer größeren Programmstrategie sein könnte.
Horst Krause: Ein unvergessener Charakterdarsteller
Horst Krause war 2025 im Alter von 83 Jahren in Teltow gestorben. Der Schauspieler wurde nicht nur durch die 'Krause'-Filme bekannt, sondern auch durch seine Rolle als Polizeihauptmeister in der Reihe 'Polizeiruf 110'. Seine authentische Darstellung des Dorfpolizisten mit Herz und eigenwilligem Charme hatte das Publikum über Jahre hinweg begeistert.
Die Entscheidung der Degeto markiert das endgültige Aus für eine Filmreihe, die nicht nur unterhaltsame Krimis bot, sondern auch ein Stück regionaler Identität transportierte. Während die Produktionsfirma auf Respekt vor dem verstorbenen Schauspieler verweist, sehen Kritiker wie Regisseur Böhlich darin eine verpasste Chance, das Erbe von Horst Krause kreativ weiterzuführen.



