Geheimnisvolle Trauung des Graffiti-Stars kommt ans Licht
Das größte Rätsel der zeitgenössischen Kunstszene scheint sich Stück für Stück zu lösen. Nachdem die Identität des legendären Street-Art-Künstlers Banksy lange im Verborgenen blieb, kommt nun eine weitere private Information ans Tageslicht: Der weltberühmte Sprayer soll seit zwei Jahrzehnten verheiratet sein. Laut einem Bericht der New York Post fand die Hochzeit ausgerechnet in einer schrillen Hochzeitskapelle am Las Vegas Strip statt – und das zum absoluten Schnäppchenpreis.
Die entscheidende Urkunde
Die neu aufgetauchte Heiratsurkunde aus dem US-Bundesstaat Nevada dokumentiert eine Trauung im Januar 2006. Als Bräutigam ist Robin Gunningham eingetragen – jener Name, den mehrere internationale Medien seit Jahren mit dem Pseudonym Banksy in Verbindung bringen. Die Braut trägt den Namen Joy Charlotte Millward. Damit würde eine der hartnäckigsten Spekulationen über das Privatleben des Künstlers bestätigt werden.
Die Trauung fand in der berühmten Chapel of the Bells statt, einer Kapelle, die für ihre extravaganten Blitz-Hochzeiten bekannt ist. Paare können sich dort von als Elvis Presley oder Marilyn Monroe verkleideten Trauzeugen trauen lassen. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Kapelle gab gegenüber US-Medien an, sich nicht mehr an das spezifische Paar erinnern zu können – was kaum verwundert, da die Kapelle 2006 wöchentlich zwischen 40 und 70 Trauungen durchführte.
Minimalistische Feier zum Minimalpreis
Die Hochzeit scheint ebenso unkonventionell verlaufen zu sein wie Banksys Kunst. Auf der Urkunde ist als Trauzeugin lediglich Mary E. Block vermerkt, offenbar eine Angestellte der Kapelle. Dies deutet darauf hin, dass das Paar ganz ohne Gäste und ohne jeden Glamour heiratete. Der finanzielle Aufwand hielt sich ebenfalls in engen Grenzen: Für gerade einmal 145 US-Dollar (entsprach 2006 etwa 114 Euro) erhielten sie die Trauung, Musik und die Nutzung der Kapelle.
Diese Bescheidenheit setzte sich beim Wohnort fort. Laut den Angaben auf der Heiratsurkunde lebten beide damals in einer Wohnung an der Old Street in London. Aus Immobilienunterlagen geht hervor, dass diese Wohnung lediglich 31 Quadratmeter groß war – ein bemerkenswerter Kontrast zum heutigen geschätzten Vermögen des Künstlers von rund 26 Millionen Dollar (über 22 Millionen Euro).
Die Identitätsfrage
Die Verbindung zwischen Robin Gunningham und Banksy wird seit Jahren von investigativen Journalisten und Kunstexperten vermutet. Der Brite aus Bristol taucht immer wieder in Recherchen als wahrscheinlichster Kandidat für die Identität des mysteriösen Graffiti-Künstlers auf. Banksy selbst hat seine Identität jedoch nie offiziell bestätigt und pflegt konsequent seine Anonymität.
Die nun aufgetauchte Heiratsurkunde fügt diesem Puzzle ein weiteres wichtiges Teil hinzu. Sie zeigt nicht nur die vermutliche Ehefrau des Künstlers, sondern auch den charakteristischen Stil einer diskreten, unkonventionellen Lebensführung, die Banksys öffentliches Image prägt. Während seine Kunstwerke wie Girl with Balloon Millionenwerte erzielen und sich sogar selbst zerstören, bleibt sein Privatleben erstaunlich bodenständig und zurückhaltend.
Diese Enthüllung wirft ein neues Licht auf den Künstler, der die Kunstwelt seit Jahrzehnten mit seinen provokativen Werken und öffentlichen Interventionen fasziniert. Sie zeigt, dass hinter dem pseudonymen Superstar ein Mensch steht, der auch in persönlichen Angelegenheiten seinen eigenen Weg geht – fernab von teuren Galerien und glamourösen Vernissagen.



