Streit um Kulturgüter: Frida Kahlo-Gemälde müssen 2028 nach Mexiko zurückkehren
Frida Kahlo-Gemälde kehren 2028 nach Mexiko zurück

Streit um Kulturgüter: Frida Kahlo-Gemälde müssen 2028 nach Mexiko zurückkehren

Eine heftige Kontroverse um geschützte mexikanische Kunstwerke, darunter Gemälde von Frida Kahlo und Diego Rivera, hat zu einer verbindlichen Rückkehrgarantie geführt. Die Sammlung Gelman Santander, die unter besonderem Kulturgüterschutz steht, soll im Jahr 2028 nach Mexiko zurückkehren, wie die spanische Stiftung Banco Santander mitteilte.

Kontroverse um dauerhafte Ausstellung in Spanien

Die Sammlung aus 160 Kunstwerken wurde 2023 von der wohlhabenden mexikanischen Unternehmerfamilie Zambrano gekauft und seit Januar von der spanischen Bank verwaltet. Darunter befinden sich rund 30 Werke von Künstlern wie Kahlo, Rivera und David Alfaro Siqueiros, die unter Exportverbot stehen. Die spanischen Verwalter hatten ursprünglich geplant, die Werke nach einer aktuellen Ausstellung in Mexiko in einem neuen Kulturzentrum in Santander, Nordspanien, dauerhaft unterzubringen.

Dieser Plan löste in der mexikanischen Kunstgemeinde heftige Diskussionen aus, in die sich auch Präsidentin Claudia Sheinbaum einschaltete. Sie forderte die Rückkehr der Sammlung nach Mexiko. Nach anfänglich konfusen Aussagen geriet das mexikanische Kulturministerium in Erklärungsnot, bis vergangene Woche das Jahr 2028 als Rückkehrdatum bekannt gegeben wurde, ohne alle Zweifel vollständig ausräumen zu können.

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Rechtliche Grundlagen und aktuelle Ausstellung

Die Fundación Santander äußerte sich nun selbst und versicherte, sich jederzeit an die mexikanischen Gesetze zu halten. Bei den unter besonderem Schutz stehenden Werken sei die Rückkehr in zwei Jahren vorgesehen. In Mexiko schützt die Gesetzgebung Werke bestimmter Künstler als nationale Kunstdenkmäler, die das Land nicht dauerhaft verlassen dürfen, auch bei privatem Besitz. Dies soll verhindern, dass das Kulturerbe endgültig ins Ausland gebracht wird. Temporäre Ausstellungen sind erlaubt, aber nach Ablauf einer Frist müssen die Werke zurückkehren.

Ein Teil der Sammlung Gelman Santander ist derzeit nach fast 20 Jahren erstmals wieder in Mexiko zu sehen. Die im Februar eröffnete Ausstellung im Museum für Moderne Kunst in Mexiko-Stadt wurde bis Juli verlängert, um sie während der gemeinsam von Mexiko, den USA und Kanada ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft besuchen zu können. Gezeigt werden unter anderem Kahlo-Gemälde wie »Selbstporträt mit Halskette« und »Diego in meinen Gedanken«.

Hintergrund der Sammlung Gelman Santander

In den Vierzigerjahren begann das Paar Jacques und Natasha Gelman, ihre Sammlung in Mexiko aufzubauen. Sie besteht aus drei Kollektionen: eine mit Werken europäischer Künstler wie Renoir, Matisse, Picasso und Dalí, die 1998 dem Metropolitan Museum of Art in New York gestiftet wurde; eine zweite mit präkolumbianischen Skulpturen; und die dritte, die moderne mexikanische Kunstwerke umfasst und nun im Zentrum des Streits steht.

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