Kaffee und Tee im Wandel: Wie Kolonialwaren die Gesellschaft prägten
Kaffee und Tee: Wie sie die Gesellschaft prägten

Kaffee und Tee im Wandel der Zeit: Wie sie die Welt veränderten

In Hagenow widmet sich das Museum für Alltagskultur in der Griesen Gegend mit der aktuellen Ausstellung „Volle Kanne“ einem faszinierenden Kapitel der Kulturgeschichte. Die Schau beleuchtet die tiefgreifende Bedeutung von Kaffee und Tee, die einst als typische Kolonialwaren aus europäischen Besitzungen in Indien und Afrika stammten und heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind.

Historische Spuren in Hagenow

Wann genau Tee und Kaffee erstmals in Hagenow ankamen, lässt sich nicht exakt belegen. Doch bereits im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts etablierte sich eine lebhafte Kaffeekultur in der Stadt. Drei Kaffeehäuser, das Hamburger Kaffeelager Thoms und Garfs sowie mehrere Bäckereien, die Kaffee ausschenkten, zeugen von der frühen Verbreitung. Besonders der Lindenplatz war ein Zentrum des Handels, wo sich zwei von insgesamt 19 Kolonialwarenläden befanden, die es 1925 in Hagenow gab.

Von Luxusgut zum Massenphänomen

In Deutschland wurde Kaffee bereits im 17. Jahrhundert eingeführt, mit ersten Kaffeehäusern in den Hafenstädten Bremen und Hamburg. Aufgrund der lukrativen Einnahmen verbot Friedrich der Zweite den privaten Handel mit dem Luxusgut und etablierte ein staatliches Monopol. Erst nach seinem Tod wurde dieses wieder aufgehoben. Dennoch blieb Kaffee lange ein Getränk der Oberschicht, bevor sich die Erkenntnis durchsetzte, dass er Arbeiter wach hielt. In der Industrialisierung wurde die Kaffeesuppe – eine Mischung aus Kaffee und Brotstücken – populär, die permanent köchelte und Menschen wach, warm und satt hielt.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Gesellschaftlicher Kitt und kulturelle Bedeutung

Heute ist Kaffeetrinken ein Synonym für gesellschaftliches Zusammenkommen, das keine sozialen Grenzen mehr kennt. Alt und Jung sowie alle Bildungsschichten genießen das Getränk. Ähnlich verhält es sich mit Tee, der in Deutschland zwar nicht den traditionellen Stellenwert wie in Großbritannien hat, aber in vielfältigen Lebenssituationen konsumiert wird. Beide Getränke haben sich von exklusiven Kolonialwaren zu allgegenwärtigen kulturellen Phänomenen entwickelt, die Begegnungen fördern und den Alltag strukturieren.

Ausstellung „Volle Kanne“ im Museumsspeicher

Wer mehr über die faszinierende Geschichte sowie die soziale und wirtschaftliche Bedeutung von Kaffee und Tee erfahren möchte, sollte die Ausstellung „Volle Kanne“ im Museumsspeicher in Hagenow besuchen. Die Schau läuft noch bis zum 11. Oktober 2026 und bietet tiefe Einblicke in diesen prägenden Aspekt der Alltagskultur. Geöffnet ist das Museum dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration