Rostocker Grünen fordern Hundesteuerbefreiung für Tierheim-Hunde: Finanzieller Anreiz für Adoptionen
Rostock: Grüne wollen Hundesteuer für Tierheim-Hunde erlassen

Rostocker Grünen fordern Hundesteuerbefreiung für Tierheim-Hunde

Im Tierheim Schlage bei Rostock warten zahlreiche Hunde teilweise über Jahre hinweg auf ein liebevolles Zuhause. Die Rostocker Grünen haben nun einen konkreten Vorschlag vorgelegt, um die Vermittlung dieser Tiere zu beschleunigen: Wer einen Hund aus dem Tierheim Schlage adoptiert, soll für drei Jahre von der Hundesteuer befreit werden.

Finanzieller Anreiz für mehr Adoptionen

Felix Winter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in der Rostocker Bürgerschaft, erklärt die Motivation hinter dem Vorstoß: „Wir wollen einen wirksamen Anreiz schaffen, sich für einen Hund aus dem Tierheim zu entscheiden.“ Die Hundesteuerbefreiung bei Übernahme von Tierheim-Hunden existiere bereits in anderen deutschen Städten wie Magdeburg oder Chemnitz. „Das wollen wir auch für Rostock erreichen“, so Winter weiter.

Derzeit liegen die Hundesteuersätze in der Hansestadt zwischen 108 und 168 Euro pro Jahr. Eine Befreiung für drei Jahre würde adoptierenden Familien somit eine finanzielle Entlastung von bis zu 504 Euro bringen. Angelika Streubel, Vorsitzende des Rostocker Tierschutzvereins, der das Tierheim Schlage betreibt, begrüßt den Antrag: „So werden mehr Menschen auf unsere Heimhunde aufmerksam. Viele Tiere, besonders ältere Hunde, haben eine zweite Chance verdient.“

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Entlastung für Tierheim und Stadtkasse

Das Tierheim Schlage ist das größte Tierheim in Mecklenburg-Vorpommern und dient als Zufluchtsstätte für ausgesetzte und misshandelte Tiere. Aktuell leben dort durchschnittlich 230 Tiere, davon etwa 45 Hunde. Die Einrichtung ist Vertragspartner der Hansestadt Rostock und kümmert sich im Auftrag der Stadt um alle Fundtiere.

Laut Viktoria Mehlig, Mitarbeiterin im Tierheim, könnten jedes Jahr 20 bis 30 Hunde vermittelt werden. „Wenn es mehr geeignete Halter geben würde, könnten wir auch deutlich mehr Hunde vermitteln“, ergänzt sie. Die Stadt zahlt für sichergestellte Hunde einen Tagessatz von 21 Euro pro Tag zusätzlich zu einer Jahreszahlung für Fundtiere. Eine zügige Vermittlung würde somit nicht nur das Tierheim entlasten, sondern auch Kosten für die Stadt sparen.

Stadtverwaltung befürwortet begrenzte Steuerbefreiung

Die Rostocker Stadtverwaltung zeigt sich grundsätzlich offen für den Vorschlag der Grünen. Aus dem Finanzverwaltungsamt heißt es, man befürworte die Änderung der Hundesteuersatzung, „wenn eine Regelung hinsichtlich einer zeitlichen Einschränkung der Steuerbefreiung aufgenommen wird“. Hierfür wird eine Frist von drei Jahren vorgeschlagen, ähnlich wie in Magdeburg.

Dr. Chris von Wrycz Rekowski (SPD), Finanzsenator der Hansestadt, betont: „Von der neuen Regelung profitieren alle Rostocker Hundehalter, die sich einen Hund aus dem Tierheim Schlage anschaffen möchten.“ Eine Steuerbefreiung bei der Aufnahme eines Tierheimhundes könne die Anzahl der im Tierheim untergebrachten Tiere verringern und mittelbar zur Entlastung des Stadthaushalts beitragen.

Keine Vergünstigungen für gefährliche Hunde

Einen weiteren Vorschlag der Grünen lehnt die Stadt jedoch ab: Eine Steuerermäßigung für als gefährlich eingestufte Hunde aus dem Tierheim Schlage. „Der derzeitige Ausschluss gefährlicher Hunde von Steuervergünstigungen verfolgt eine sachlich gerechtfertigte Zielsetzung“, erklärt die Stadtverwaltung. Die Hundesteuer erfülle neben der Einnahmeerzielung auch eine Lenkungsfunktion und solle dazu beitragen, die Haltung von Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotenzial zu begrenzen.

Im Tierheim Schlage gibt es derzeit drei als gefährlich eingestufte Hunde, bei denen es Beißvorfälle gegeben hat. Insgesamt sind in Rostock 7348 Hundebesitzer steuerlich gemeldet. Die Einnahmen der Stadt aus der Hundesteuer betragen etwa 835.000 Euro pro Jahr. Planungen zur Anhebung der Hundesteuer gibt es laut Hansestadt aktuell nicht.

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