Das Ende einer Ära: Kult-Konzertkasse Koka36 in Berlin-Kreuzberg ist insolvent
Über drei Jahrzehnte lang war die Konzertkasse Koka36 in der Oranienstraße im Berliner Stadtteil Kreuzberg eine feste Institution für Musikfans und die lokale Kulturszene. Nun hat diese Ära ein jähes Ende gefunden. Anfang Februar 2026 wurde beim Amtsgericht Charlottenburg die Insolvenz angemeldet, was erhebliche Auswirkungen auf die Berliner Clublandschaft hat.
Vorläufiges Insolvenzverfahren und technische Probleme
Das Amtsgericht Charlottenburg ordnete am 11. Februar 2026 ein vorläufiges Insolvenzverfahren an und setzte einen Insolvenzverwalter ein. Die Webseite der Koka36 ist seitdem nicht mehr erreichbar. Offiziell wird dies mit „technischen Problemen“ begründet. Sollte keine Sanierung des Betriebs möglich sein, drohen ein Verkauf oder eine vollständige Abwicklung des Unternehmens.
Plötzlicher Tod des Inhabers als Auslöser
Der Grund für die Insolvenz ist der unerwartete Tod des langjährigen Inhabers Christian Raschke im November 2025. Raschke war eine zentrale Figur in der Berliner Kulturszene und hatte über Jahrzehnte hinweg die Clublandschaft der Hauptstadt maßgeblich unterstützt. Sein Verlust stellt einen schweren Schlag für das kulturelle Leben Berlins dar.
Finanzielle Folgen für den Kult-Club SO36
Die größten Konsequenzen der Insolvenz treffen den legendären Kreuzberger Club SO36. Da der Ticketverkauf des Clubs eng mit der Koka36 verbunden war, fehlen dem SO36 nun etwa 40.000 Euro aus bereits getätigten Ticketverkäufen. Der Club reagierte umgehend und rief eine Spendenaktion ins Leben, um das finanzielle Loch zu schließen. Das Ziel der Kampagne liegt bei 45.000 Euro.
Konzerte finden trotzdem statt
Für alle Konzertbesucher gibt es jedoch eine beruhigende Nachricht. Das SO36 betonte in einer offiziellen Stellungnahme, dass alle geplanten Veranstaltungen wie angekündigt stattfinden werden. „Die Konzerte finden natürlich trotzdem statt. Die Künstlerinnen und Künstler werden bezahlt. Verträge gelten – auch wenn es uns finanziell weh tut“, heißt es in dem Aufruf. Damit bleibt das kulturelle Programm des Clubs vorerst gesichert.
Die Insolvenz der Koka36 markiert somit nicht nur das Ende einer bedeutenden Berliner Institution, sondern stellt auch eine ernste Herausforderung für die lokale Kulturszene dar. Die Spendenaktion des SO36 zeigt jedoch den starken Zusammenhalt und die Solidarität innerhalb der Berliner Musik- und Clubgemeinschaft.



