Louvre-Direktorin Laurence des Cars tritt nach anhaltenden Krisen zurück
Louvre-Chefin tritt nach Krisen zurück

Louvre-Direktorin tritt nach Monaten der Turbulenzen zurück

Die Direktorin des weltberühmten Louvre-Museums, Laurence des Cars, hat ihren Rücktritt eingereicht, den Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nun angenommen hat. Diese Entscheidung markiert das Ende einer turbulenten Amtszeit, die von einer Reihe schwerwiegender Vorfälle und anhaltenden Problemen geprägt war.

Rücktritt als "Akt der Verantwortung"

Der Élysée-Palast in Paris bezeichnete den Schritt von Laurence des Cars in einer offiziellen Mitteilung als einen "Akt der Verantwortung". Dieser erfolge in einem kritischen Moment, in dem das meistbesuchte Museum der Welt dringend zur Ruhe kommen und neue Impulse benötige, um die großen Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit und Modernisierung erfolgreich zu bewältigen. Präsident Macron dankte der scheidenden Direktorin ausdrücklich für ihr Engagement während der vergangenen Jahre.

Anhaltende Krisen erschüttern das Prestigemuseum

Seit mehreren Monaten reiht sich eine Negativschlagzeile an die nächste, die das renommierte Museum in Paris erschüttern. Zu den jüngsten Skandalen zählt der Verdacht auf einen großangelegten Ticketbetrug, der sich über einen Zeitraum von zehn Jahren erstreckt haben soll. Bei Ermittlungen wurden neun Personen festgenommen und mehr als 1,4 Millionen Euro beschlagnahmt. Doch die Sicherheitslücken gehen weit über diesen Betrug hinaus.

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Das Museum musste wiederholt mit Überschwemmungen kämpfen, bei denen wertvolle Deckenmalereien und historische Bücher beschädigt worden sein sollen. Parallel dazu wächst die Unzufriedenheit unter den Beschäftigten: Im Dezember führten Teilarbeitsniederlegungen zu einer viertägigen vollständigen Schließung des Louvre. Die Mitarbeiter fordern vehement mehr Personal, verbesserte Arbeitsbedingungen, ein Ende prekärer Vertragsverhältnisse und des Outsourcings sowie dringend benötigte Investitionen in die Gebäudesubstanz und technische Ausstattung.

Spektakulärer Juwelendiebstahl als schwerster Schlag

Der folgenschwerste Vorfall ereignete sich jedoch im Oktober, als bei einem spektakulären Einbruch Juwelen im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen wurden. Die Tat mehrerer maskierter Täter erregte internationales Aufsehen und löste eine intensive Debatte über die Sicherheitsvorkehrungen des Museums aus. Die Kriminellen hatten einen mit einer Hebebühne ausgestatteten Lkw neben dem Museum in der französischen Hauptstadt positioniert.

Während zwei Komplizen auf Motorrollern an der Straße warteten, gelangten zwei weitere Täter mit der Hebebühne auf einen Balkon im ersten Stock und von dort durch ein Fenster in das Museumsinnere, wo sie auch Personal bedrohten. Die wertvolle Beute wurde bis heute nicht wieder aufgefunden. Dieser Vorfall stellte einen tiefen Einschnitt in der Geschichte des Louvre dar und unterstrich die dringende Notwendigkeit umfassender Sicherheitsmaßnahmen.

Langer Weg zum endgültigen Rücktritt

Bereits unmittelbar nach dem Juwelendiebstahl hatte Laurence des Cars ihren Rücktritt angeboten, doch die französische Kulturministerin Rachida Dati lehnte dieses Gesuch zunächst ab. Angesichts der sich fortsetzenden Krisen kündigte die Ministerin jedoch an, Organisation und Governance des Louvre erneut einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. Des Cars hatte ihre Position als Louvre-Direktorin im Jahr 2021 übernommen und steht nun vor einem beruflichen Neuanfang.

Präsident Macron schlug vor, der scheidenden Direktorin im Rahmen der laufenden französischen G7-Präsidentschaft eine bedeutende Mission zur internationalen Zusammenarbeit großer Museen anzuvertrauen. Diese neue Aufgabe könnte einen angemessenen Übergang für die erfahrene Museumsleiterin darstellen, während der Louvre selbst vor der Herausforderung steht, seine internen Strukturen grundlegend zu reformieren und das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.

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