Louvre-Direktorin tritt nach Krisenserie zurück – Wer übernimmt das meistbesuchte Museum der Welt?
Louvre-Chefin zurückgetreten – Wer übernimmt das Krisenmuseum?

Louvre-Direktorin tritt nach monatelanger Krisenserie zurück

Der weltberühmte Pariser Louvre steckt seit Monaten in einer tiefen Krise. Nun hat die Direktorin des meistbesuchten Museums der Welt, Laurence des Cars, ihren Rücktritt eingereicht. Dieser Schritt folgt auf eine Reihe von Skandalen und Problemen, die das Prestigeinstitut erschüttert haben.

Eine Krise jagt die nächste

Seit dem spektakulären Juwelendiebstahl im Oktober letzten Jahres, bei dem Schmuck im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen wurde, reiht sich im Louvre eine Negativmeldung an die nächste. Zu den gravierendsten Vorfällen zählen:

  • Ein mutmaßlicher Ticketbetrug über zehn Jahre hinweg, bei dem Fahnder neun Personen festnahmen und mehr als 1,4 Millionen Euro beschlagnahmten
  • Wiederholte Streiks des Personals, das bessere Arbeitsbedingungen und Investitionen in Gebäude sowie technische Ausstattung fordert
  • Mehrere Wasserschäden und Überschwemmungen, die unter anderem eine Deckenmalerei und Bücher beschädigten

Diese Serie von Missständen hat das Museum in einen Dauerkrisenmodus versetzt. Mitarbeiter sprachen intern sogar von den „zehn biblischen Plagen“, wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtete.

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Rücktritt als „Akt der Verantwortung“

Der Élysée-Palast von Präsident Emmanuel Macron bezeichnete das Rücktrittsgesuch von Des Cars als „Akt der Verantwortung“. Dieser erfolge in einem Moment, in dem das Museum zur Ruhe kommen müsse und neue Impulse benötige, um die großen Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit und Modernisierung anzugehen.

Ohnehin wäre das Mandat der Louvre-Direktorin im September ausgelaufen. Nach dem Fiasko des millionenschweren Juwelendiebstahls, durch den Des Cars enorm unter Druck geraten war, schien eine erneute Amtszeit für sie unwahrscheinlich. Durch den vorzeitigen Rücktritt wird der Führungswechsel nun beschleunigt.

Ungewisse Zukunft für den Louvre

Wann der Louvre mit einer neuen Leitung rechnen kann, ist derzeit noch unklar. Sowohl der Élysée-Palast als auch das französische Kulturministerium ließen entsprechende Anfragen unbeantwortet. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass im Hintergrund bereits Überlegungen zu einem möglichen Nachfolger angestellt wurden.

Bis zur Ernennung einer neuen Direktorin oder eines neuen Direktors könnte der Geschäftsführer des Louvre, Kim Pham, eine größere Rolle übernehmen. Dies könnte eine Übergangslösung darstellen, bis eine dauerhafte Führungspersönlichkeit gefunden ist.

Herausforderungen für den Nachfolger

Die zentralen Aufgaben für die neue Museumsleitung sind klar definiert:

  1. Sicherheitsverbesserungen: Nach dem Einbruch wurden erste Sofortmaßnahmen ergriffen, etwa die Installation von Pollern am Straßenrand. Dennoch muss das Sicherheitskonzept grundlegend überarbeitet werden.
  2. Sanierung maroder Stellen: Die Gebäudesubstanz des historischen Museums benötigt dringende Renovierungen.
  3. Personalbeziehungen: Das Verhältnis zu den Angestellten und Gewerkschaften muss verbessert werden, um weitere Streiks zu vermeiden.

Des Cars selbst sagte dem „Figaro“, dass die Bedingungen für ein Voranschreiten nicht mehr gegeben seien. Sie betonte jedoch, dass auf ihren Nachfolger ein klarer Rahmen und gesicherte Budgets warten würden.

Interner Unmut über die Führung

Laut „Le Parisien“ hatte die Führungsriege des bedeutenden Museums nicht den Rückhalt der Teams. Gewerkschaftsvertreter ließen verlauten, dass „niemand eine Träne vergießen werde“ über den Rücktritt von Des Cars. Das Geraune über einen möglichen Rücktritt habe Teile des Personals zuletzt zusätzlich belastet.

Der Louvre durchlebe seit dem Diebstahl ein beachtliches Trauma auf allen Ebenen, so die Einschätzung aus dem Museum. Eine neue Leitung könnte die Chance bieten, das Verhältnis zu den Angestellten zu verbessern und damit zumindest die Streiks als Baustelle zu beseitigen.

Die internationale Museumswelt blickt nun gespannt nach Paris. Die Entscheidung über die Nachfolge wird nicht nur die Zukunft des Louvre prägen, sondern auch ein Signal für den Umgang mit Krisen in kulturellen Institutionen weltweit setzen.

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