Feine-Sahne-Fischfilet-Sänger Monchi bricht Lesetour nach anonymen Vorwürfen ab
Monchi bricht Lesetour nach anonymen Vorwürfen ab

Feine-Sahne-Fischfilet-Sänger Monchi zieht sich von Lesereise zurück

Jan „Monchi” Gorkow, der Frontmann der Rostocker Punkband Feine Sahne Fischfilet, hat seine bundesweite Lesetour für sein autobiografisches Buch „Niemals satt” überraschend abgebrochen. Die letzte Veranstaltung fand am Donnerstag im ausverkauften Theater Greifswald vor etwa 300 Gästen statt. Ursprünglich waren über 17 Stationen geplant, doch die verbleibenden Termine in Städten wie Hamburg, Leipzig, Münster und Köln wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Anonyme Vorwürfe belasten den Künstler

Als Grund für den Abbruch nannte der 34-Jährige die „diffusen Anschuldigungen”, die in den letzten Tagen anonym im Internet gegen ihn veröffentlicht wurden. Die unbekannten Verfasser werfen ihm sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch vor, ohne jedoch konkrete Beweise vorzulegen. In einer Stellungnahme auf den Social-Media-Kanälen der Band betonte Gorkow, dass bislang keine spezifischen Vorwürfe an ihn herangetragen worden seien, auf die er reagieren könne. Er erklärte, bereit zu sein, sich verantwortungsbewusst mit etwaigen Anschuldigungen auseinanderzusetzen.

Die Band Feine Sahne Fischfilet hatte sich bereits vor einer Woche zu den anonymen Vorwürfen geäußert und darauf hingewiesen, dass sie nicht wisse, worum es dabei gehe. Seit vergangenem Jahr arbeite man mit einer externen Agentur zusammen, um mögliche Vorwürfe zu klären. Laut dem Musikverlag Audiolith und dem Management JKP seien dort keine Beschwerden gegen Gorkow eingegangen. Beide Institutionen widersprachen den unbegründeten Anschuldigungen entschieden.

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Emotionale Lesung in Greifswald als Abschluss

Bei seiner finalen Lesung in Greifswald sprach Monchi die Vorwürfe direkt zu Beginn an. Er betonte, dass es ihm wichtig sei, das Thema anzusprechen, da es im Raum stehe, aber er könne sich zu unkonkreten Anschuldigungen kaum äußern. Nach dieser kurzen Ansprache konzentrierte sich der Abend jedoch auf die Inhalte seines Buches. In einer knapp dreistündigen, kurzweiligen Vorstellung las Gorkow aus „Niemals satt – Über den Hunger aufs Leben und 182 Kilo auf der Waage” und teilte persönliche Anekdoten.

Ohne Hemmungen schilderte er seine Vergangenheit mit unkontrollierten Fressattacken, Drogenkonsum, Saufexzessen und Gewalterfahrungen, darunter Konflikte mit Rechtsextremisten und Fußball-Ultras. Auch intime und fäkale Themen wurden nicht ausgespart. Die Bühne war mit einer Waage, einer freistehenden Badewanne und anderen privaten Gegenständen dekoriert, die symbolisch für sein Leben standen. Während der Lesung verteilte er Pfannkuchen und versteckte Süßigkeiten im Publikum, was für humorvolle Momente sorgte.

Engagement für die Heimat und Faninteraktionen

Am Ende der Veranstaltung versteigerte Gorkow einen persönlichen Gartenstuhl für 250 Euro, wobei der Erlös zusammen mit einer Spendensammlung für einen geplanten Skatepark in seiner Heimatstadt Jarmen bestimmt ist. Viele Fans nutzten die Gelegenheit, nach der Vorstellung Autogramme, Widmungen und Fotos mit dem Sänger zu erhalten, was die anhaltende Popularität des Künstlers unterstreicht.

Monchi erklärte, dass es sich richtig anfühle, die Lesereise in Vorpommern abzuschließen, wo er herkomme. Er bedauerte die Enttäuschung der Menschen, die sich auf die verschobenen Termine gefreut hatten, und betonte, dass er mit dem Abbruch „ein bisschen Druck aus der Situation nehmen” wolle. Auf Nachfragen des Nordkurier wollte sich Gorkow nicht direkt zu den schweren Vorwürfen äußern, was die anhaltende Unsicherheit und Belastung für ihn und sein Umfeld verdeutlicht.

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