Privates Fotoalbum enthüllt: So war Mario Adorf fernab der Bühne
Privates Fotoalbum enthüllt: Mario Adorf fernab der Bühne

Nie gesehene Einblicke: Das private Leben von Mario Adorf

Mario Adorf, eine der größten Schauspiellegenden Deutschlands, ist am Mittwoch im Alter von 95 Jahren für immer eingeschlafen. Doch wer war der Mensch hinter der öffentlichen Figur? Maler Markus Tollmann, ein enger Vertrauter Adorfs seit über zwei Jahrzehnten, öffnet nun sein persönliches Fotoalbum für exklusive Einblicke. In einem Gespräch mit der AZ erinnert er sich an gemeinsame Momente, die Adorfs bescheidene und herzliche Art fernab des Rampenlichts zeigen.

Eine Freundschaft, die in der Malerei wurzelte

Kennengelernt haben sich Mario Adorf und Markus Tollmann Ende der Neunzigerjahre bei einem Event des Printen-Königs Hermann Bühlbecker. Als Tischnachbarn entdeckten sie schnell eine gemeinsame Leidenschaft: die Malerei. „Wir haben uns sofort ohne viele Worte gut verstanden. Das passte einfach richtig gut“, erzählt Tollmann. Diese Begegnung markierte den Beginn einer tiefen Freundschaft, die sich über Jahre in kreativen Zusammenarbeiten entfaltete.

Adorf, selbst ein begeisterter Maler, wurde von Tollmann in dessen Atelier eingeladen, um ein Porträt anzufertigen. Daraus entwickelte sich das gemeinsame Werk „Verliebt auf hoher See in Saint-Tropez“. Tollmann beschreibt Adorf als jemanden mit einer ausgezeichneten Auffassungsgabe, die er auch als Schauspieler nutzte. „Allerdings musste ich Mario meist sagen, was er machen soll, sonst klappte das nicht. Als Schauspieler war er es immerhin gewohnt, Anweisungen zu befolgen“, so der Maler.

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Unvergessliche Momente in Saint-Tropez

Besonders prägend war für beide die Zeit in Saint-Tropez, wo sie spontan ein Lokal in ein Atelier verwandelten. Stunden- oder sogar tagelang arbeiteten sie Seite an Seite an ihren Gemälden. In Pausen am Strand zeigte Adorf seine unkonventionelle Seite: „Bei Pausen am Strand hat sich Mario in den Sand gelegt, nie auf eine Liege – erstaunlich für sein Alter“, erinnert sich Tollmann lachend. Einmal schwammen sie so weit aufs Meer hinaus, dass Tollmann besorgt war. Adorf beruhigte ihn mit den Worten: „Mach dir keine Sorgen, die Fische fressen dich nicht, du hast zu viel Rosé getrunken.“

Für Tollmann stand bei ihrer Arbeit stets die künstlerische Qualität im Vordergrund, nicht der öffentliche Erfolg. Diese Haltung teilte er mit Adorf, der das Malen als große Leidenschaft lebte. Aufgrund ihres ähnlichen Aussehens kam es mehrfach zu amüsanten Verwechslungen: „Man hat uns für Vater und Sohn gehalten“, verrät Tollmann.

Die private Seite eines öffentlichen Stars

Markus Tollmann öffnet sein privates Fotoalbum und teilt bislang unveröffentlichte Bilder, die Adorfs Alltag zeigen – beim Frühstücken in Saint-Tropez, beim Spaziergang am Hafen oder beim Besuch des Steigenberger Park Hotels in Düsseldorf. „Mario war sehr offen zu allen Menschen um ihn herum – nie distanziert und sehr herzlich. Einfach eine tolle Person“, beschreibt er den Schauspieler. Adorf wird als unglaublich wohlwollend und großzügig charakterisiert, der das Scheinwerferlicht mied und bescheiden blieb.

Ihr letztes Treffen fand im Jahr 2024 statt. „Ich wollte Mario Adorf eigentlich noch besuchen und habe nicht mit seinem Tod gerechnet“, sagt Tollmann. Die Briefe, die sie sich schrieben, bewahrt er nun als kostbare Erinnerungen auf. In einem Bildband hinterließ Adorf eine liebevolle Widmung an Tollmann: „Die revitalisierende Begegnung mit der Malerei, also Markus Tollmann, hat in mir positive Energien freigelegt, die mich meinem Grundgedanken zur Kunst wieder neu verbunden haben.“ Diese Worte halten die Freundschaft und den Respekt zwischen den beiden Männern für die Ewigkeit fest.

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