Peter Probsts neuer Roman: Ein Cold Case aus Pirmasens erschüttert die Gegenwart
Probsts Roman: Cold Case aus Pirmasens erschüttert Gegenwart

Ein literarischer Cold Case: Peter Probst erschüttert mit Roman aus Pirmasens

Cold Cases, also ungelöste Kriminalfälle aus vergangenen Jahrzehnten, begeistern Krimi-Fans seit Jahren. Der Münchner Schriftsteller und Drehbuchautor Peter Probst hat nun einen besonders bewegenden Fall literarisch aufgearbeitet. In seinem neuen Roman „Am helllichten Tag“ verknüpft er einen realen Cold Case aus den 1960er Jahren mit einer spannenden Gegenwartshandlung.

Von Pirmasens nach München: Eine journalistische Spurensuche

Die Handlung beginnt mit der jungen Münchner Journalistin Antonia Papin, genannt Toni. Sie erhält einen dringenden Anruf aus ihrem Heimatort Pirmasens: Ihr Vater liegt im Krankenhaus. Obwohl ihre Besuche in der Vergangenheit eher sporadisch waren, macht sie sich sofort auf den Weg. Doch sie kommt zu spät – ihr Vater ist bereits verstorben.

Bei der Durchsicht des leerstehenden Elternhauses stößt Toni auf einen unvollendeten Brief ihres Vaters. „Ich fange ganz am Anfang an, im Januar 1964. Da war ich neun...“ – mit diesen rätselhaften Worten bricht der Text ab. Tonis journalistischer Instinkt, geschärft durch eine abgeschlossene Journalistenschule und ein Praktikum bei der Abendzeitung, wird sofort geweckt.

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Ein realer Fall als literarische Inspiration

Der Roman basiert auf einem tatsächlichen, nie aufgeklärten Kriminalfall aus Pirmasens. In den 1960er Jahren verschwanden dort drei Kinder spurlos. Probst, der von diesem Fall erfuhr, entwickelte daraus eine komplexe Erzählung, die historische Ereignisse mit fiktiven Elementen verbindet.

Parallel zu Tonis Recherche in der Vergangenheit läuft in der Gegenwart eine weitere Handlungsstrang: Ein Mädchen wird entführt und in einem Verlies festgehalten. Wie diese beiden Handlungsstränge zusammenhängen, bleibt lange Zeit ein gut gehütetes Geheimnis.

Toni Papin: Eine Protagonistin zwischen Krise und Berufung

Die Hauptfigur Toni steht an einem Wendepunkt ihres Lebens. Ihre offene Beziehung zu einem Münchner DJ ist gescheitert, ihre berufliche Zukunft ungewiss. Zudem wurde sie nach einer engagierten Rede auf einer Demokratie-Demonstration im Internet als polizeibekannte Extremistin diffamiert.

Doch gerade diese persönliche Instabilität macht sie zu einer faszinierenden Protagonistin. Probst gelingt es, mit Toni eine sympathische und authentische Figur zu schaffen, die den Roman trägt. Ihre Suche nach der Wahrheit wird zugleich zu einer Reise der Selbstfindung.

Mehr als nur ein Krimi: Sozialgeschichte einer Provinzstadt

Peter Probst, dessen Werke häufig politische und gesellschaftliche Themen behandeln, belässt es nicht bei der kriminalistischen Aufarbeitung. „Am helllichten Tag“ zeichnet nebenbei den wirtschaftlichen Wandel einer westdeutschen Provinzstadt nach.

Pirmasens, einst Hochburg der deutschen Schuhindustrie, erlebt im Roman den Niedergang dieser Branche. Probst streut immer wieder historische Zeitungsartikel ein und schafft so eine dichte Atmosphäre. Die leeren Läden in der Fußgängerzone stehen symbolisch für den wirtschaftlichen Verfall.

Buchpräsentation und Hintergründe

Der Roman „Am helllichten Tag“ erscheint im Heyne Verlag, umfasst 334 Seiten und kostet 18 Euro. Der Titel ist eine bewusste Anspielung auf Friedrich Dürrenmatts Verfilmung „Es geschah am hellichten Tag“ aus dem Jahr 1958.

Peter Probst stellt sein Werk am Donnerstag, den 23. April 2026 um 19 Uhr in der Buchhandlung Glatteis in der Corneliusstraße 31 vor. Karten sind unter der Telefonnummer 089 2014844 erhältlich.

Mit diesem Roman beweist Probst erneut sein Gespür für spannende Erzählungen, die gleichzeitig gesellschaftliche Entwicklungen reflektieren. Ein Cold Case aus den 1960er Jahren wird so zum Ausgangspunkt für eine fesselnde literarische Reise durch Vergangenheit und Gegenwart.

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