7. Brandenburgische Rutschmeisterschaft mit unerwarteter Wendung
Die 7. Brandenburgische Rutschmeisterschaft in der NaturTherme Templin bot am vergangenen Sonnabend eine unerwartete Überraschung. Kurz vor Beginn des Wettbewerbs mussten die Organisatoren die eigentlich geplante gelbe Turborutsche sperren, nachdem ein Riss in der Anlage entdeckt worden war. Für die 43 angemeldeten Teilnehmer bedeutete dies eine spontane Umstellung auf die schwarze Rutsche, die sich als wahre Herausforderung erwies.
Schwarze Röhre fordert ihren Tribut
Die schwarze Rutsche zeigte sich von ihrer anspruchsvollen Seite. Mehrere Teilnehmer zogen sich kleine Hautabschürfungen, Beulen und blaue Flecke zu. Doch weder die teilnehmenden Kinder noch die Erwachsenen ließen sich von diesen kleineren Blessuren abschrecken. Ihr Ziel blieb klar: die 100 Meter lange Röhre so schnell wie möglich zu bewältigen.
Für Mike Ryberg aus Berlin erwies sich die kurzfristige Änderung als echter Glücksfall. Der junge Mann hatte genau auf dieser schwarzen Röhre am Dienstag zuvor noch trainieren können, da die gelbe Bahn an diesem Tag wegen Reparaturarbeiten gesperrt war. „Das war reiner Zufall, denn so wusste ich, in welchen Ecken man ungefähr wann einbiegen soll. Ich habe den Vorteil einfach ausgespielt“, erklärte der spätere Sieger.
Rekord für die Ewigkeit auf letztmaliger Rutsche
Mike Ryberg nutzte sein Vorwissen perfekt und erzielte mit 13,89 Sekunden einen neuen Bahnrekord auf der schwarzen Röhre. Damit gewann er nicht nur die Kategorie der Profimänner, sondern schrieb auch Rutschgeschichte. Thermenchef Markus Nengel kommentierte diesen Erfolg mit den Worten: „Das ist ein Rekord für die Ewigkeit.“
Der Grund für diese Aussage: Die schwarze Rutsche wird nach diesem Wettbewerb nicht mehr für weitere Meisterschaften zur Verfügung stehen. Wie auch die gelbe Turborutsche wird sie im Sommer abgebaut. „Ab August bauen wir neue Rutschen ein, und nächstes Jahr beginnen wir das Ganze wieder von vorn“, erklärte Nengel, der selbst erstmals als Teilnehmer antrat.
Technische Probleme und persönliche Erfolge
Der Wettbewerb war nicht frei von technischen Herausforderungen. Bei mehreren Teilnehmern, darunter auch Thermenchef Nengel, funktionierte die Zeitmessung nicht richtig, sodass sie ihre Rutschpartien wiederholen mussten. Nengel landete schließlich auf dem elften und letzten Platz bei den Herren, nahm es aber mit Humor: „Dabeisein ist alles“, lachte er.
Nach der ersten Runde überraschte Tom aus Berlin mit einer hervorragenden Zeit von 14,36 Sekunden. Der 25-Jährige, der im vergangenen Jahr die brandenburgische Meisterschaft gewonnen hatte, zeigte sich begeistert: „Ich bin super happy. Es war ein geiler Tag bis jetzt.“ Am Ende belegte er den vierten Platz.
Profis mit langen Anreisen und spezieller Technik
Die Rutschmeisterschaft zog Teilnehmer aus ganz Deutschland an. Kevin Eickmann reiste extra aus Hannover an und saß dafür vier Stunden hinter dem Steuer seines Autos. Der 31-Jährige, der bereits zwei Wettkämpfe in der Vergangenheit gewonnen hatte, verriet sein Erfolgsgeheimnis: „Am schnellsten rutscht man die Rutsche in der Dreipunkttechnik: auf den Schultern und auf der Ferse, den Po hoch, damit er die Bahn nicht berührt. Man benötigt Körperspannung, und für mich persönlich ist der Start am wichtigsten.“
Sieben Frauen stellten sich der Herausforderung, darunter Jeannette Hermann aus Ludwigshafen am Rhein. Die 30-jährige Karrierecoacherin entdeckte im Wettrutschen eine neue Leidenschaft und gewann mit Zeiten zwischen 16,43 und 16,74 Sekunden die Frauenwertung.
Qualifikation für das große Finale
Organisator Jörg Krüger, der selbst den dritten Platz belegte, zog ein positives Fazit: „Die ersten drei Platzierten der Wertungsklassen haben sich für unser großes Finale Ende des Jahres in Lauterberg qualifiziert.“ Mike Ryberg, der glückliche Sieger des Tages, lobte besonders die Location: „Ich komme zwar aus Berlin, aber ich finde die Location und die cool; sie hat schön viel Speed.“
Der nächste Rutschwettbewerb findet bereits am 2. Mai in der AHOI Rügen Bade- und Erlebniswelt statt, wo die 1. Rügener Rutschmeisterschaft ausgetragen wird.



