Theatermatinee in Schwedt: Regisseure enthüllen Leidenschaften und Fecht-Training
Theatermatinee in Schwedt: Regisseure enthüllen Leidenschaften

Sonntagsmatinee in Schwedt: Theaterwelt hinter den Kulissen

An einem verregneten Sonntagvormittag entdeckten Besucher der Uckermärkischen Bühnen Schwedt eine bunte Theaterwelt. Die regelmäßige Sonntagsmatinee, moderiert von Schauspieldirektor Tilo Esche, bot tiefe Einblicke in aktuelle Produktionen und ließ das Publikum mit einem Lächeln und neuem Wissen nach Hause gehen.

Liebesmotto und doppelte Premieren

Unter dem Motto „Liebe liegt in der Luft“ für die Spielzeit 2025/26 bringt das Theater gleich zwei Premieren von „Romeo und Julia“ auf die Bühne. Am 13. März startet die Musicalkomödie von Ephraim Kishon, gefolgt vom Shakespeare-Trauerspiel am 27. März. Diese doppelte Inszenierung verspricht intensive Theatererlebnisse.

Regisseure als nahbare Menschen

Die Zuschauer erfuhren von Gastregisseuren Jörg Steinberg und Erik Roßbander, wie geprobt wird und warum Shakespeare heute noch fasziniert. Besonders eindrücklich waren Details zum harten Training der Fechtszenen: In der Produktion gibt es sieben Kämpfe mit sechs Toten. Die Matinee zeigte, dass Regisseure keine unnahbaren Theatergötter, sondern leidenschaftliche Menschen sind.

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Erik Roßbander: Von Verfahrenstechnik zu Shakespeare

Erik Roßbander, Mitglied der Bremer Shakespeare Companie, studierte zunächst Verfahrenstechnik an der TU Dresden, wechselte dann aber zur Schauspielerei. Er bezeichnet es als Luxus, sich mit dem „unvergleichlichen Autor Shakespeare“ beschäftigen zu dürfen. Seine Ratschläge:

  • Shakespeare-Stücke sind zum Anschauen, nicht zum Lesen gedacht
  • Der Sound der Verse macht den Zauber aus
  • Shakespeare bietet pures Entertainment
Privat liebt er Motorrad und Rennrad.

Jörg Steinberg: Regie als Teamarbeit

Jörg Steinberg studierte zunächst Schauspiel, bevor er zur Regie fand. „Ich muss die Schauspieler zum Spielen bringen und mit ihnen gemeinsam etwas zu sagen haben“, beschreibt er seine Aufgabe. Er vergleicht die Arbeit mit einer Band, die gemeinsam eine Platte produziert. Sein Herz schlägt für Fußball und Union Berlin – auf die Frage „Alte Försterei oder Neues Theater?“ antwortet er prompt: „Alte Försterei“.

Warum Schwedt Norditalien übertrifft

Bei der Wahl zwischen Julias Verona und Schwedt an der Oder bevorzugt Roßbander Schwedt: „Hier gibt es professionelle Infrastruktur zum Proben und tolle Kollegen.“ Allerdings liebt er Italien und lernt die Sprache. Ein Kuriosum: Den berühmten Balkon in Verona hat er nicht besucht – bei Shakespeare ist es ein Gartenfenster.

Weitere Liebesgeschichten am Theater

Anfang Juni folgt die Premiere von „Shakespeare in Love“ nach dem oscarprämierten Film. Auf der Odertalbühne wird gezeigt, was passiert, wenn der Schriftsteller Shakespeare an Aufschieberitis leidet. Die Matinee bewies: Theaterarbeit verbindet Leidenschaft, Professionalität und menschliche Nähe – selbst an verregneten Sonntagen.

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