World Press Photo Contest 2026: Die eindringlichsten Pressebilder des Jahres
Feuer, Tränen und große Liebe – die Vorauswahl für den World Press Photo Contest 2026 steht fest und präsentiert die stärksten journalistischen Fotos des vergangenen Jahres. Die ausgewählten Bilder zeugen von Kriegen, humanitären Krisen und Umweltkatastrophen, aber auch von Momenten der Hoffnung und menschlicher Widerstandskraft. Der renommierte Wettbewerb hat in sechs Weltregionen Einzelbilder, Fotostrecken und Langzeitprojekte ausgezeichnet, die die globalen Herausforderungen unserer Zeit dokumentieren.
Klimawandel und Naturkatastrophen im Fokus
In der Region Nord- und Zentralamerika erhielt César Rodríguez den Preis in der Kategorie »Long-Term Project« für seine Arbeit über den Klimawandel in Mexiko. Das Land ist besonders anfällig für extreme Wetterereignisse, 52 Prozent seines Territoriums liegen in trockenen Zonen. Sein Bild zeigt die verheerenden Folgen einer Überschwemmung im August 2024 im zentralmexikanischen Chalco. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Ethan Swope mit seiner Serie »Los Angeles on Fire«, die die verheerenden Waldbrände im Januar 2025 dokumentiert. Die Brände zerstörten 18.000 Gebäude und zwangen 200.000 Menschen zur Flucht, wobei die giftigen Partikel schwere Atemwegserkrankungen verursachten.
Menschliche Schicksale und politische Konflikte
Die vierfache Pulitzerpreisträgerin Carol Guzy dokumentierte für den »Miami Herald«, wie die US-Einwanderungsbehörde ICE in New Yorker Bundesgerichten Personen ohne Aufenthaltsgenehmigung festnahm, was häufig zu traumatisierenden Familientrennungen führte. In Europa zeigte Evgeniy Maloletkas preisgekröntes Einzelbild die 65-jährige Valeria Syniuk in Kyjiw, die im Schlaf von einer russischen Rakete überrascht wurde. Der Angriff am 24. April 2025 war einer der heftigsten seit Kriegsbeginn und forderte 13 Todesopfer.
Im asiatisch-pazifischen Raum dokumentierte Aaron Favila ein Brautpaar auf den Philippinen, das trotz des Tropensturms Wipha heiratete, während Tyrone Siu den verzweifelten Schrei eines Mannes während des Hochhausbrands in Hongkong im November 2025 einfing. Der antisemitische Angriff am Bondi Beach in Sydney, bei dem 15 Menschen starben, wurde von Edwina Pickles einfühlsam festgehalten.
Gesundheit, Umwelt und soziale Ungerechtigkeit
Die schwedische Fotografin Sanna Sjöswärd porträtierte die magersüchtige ehemalige Ballerina Engla Louise, um die Diskussion über Essstörungen zu erweitern. In Deutschland zeigte Paula Hornickel in Albershausen die Pflegeheimbewohnerin Waltraud im Gespräch mit dem Sozialroboter Emma, ein Pilotprojekt zur Unterstützung im Alltag.
In Südamerika beleuchtete Pablo E. Piovano in einem Langzeitprojekt die gesundheitlichen Folgen des massiven Glyphosat-Einsatzes in Argentiniens Landwirtschaft, der von 40 Millionen auf 580 Millionen Liter jährlich angestiegen ist. Tadeo Bourbon dokumentierte die sozialen Proteste unter Präsident Javier Milei, während Santiago Arcos die Trauer um ermordete Jugendliche in Ecuador einfing.
Afrikanische Perspektiven und kulturelle Traditionen
In Afrika erhielt Mohamed Mahdy den Preis für sein Langzeitprojekt »Moon Dust« über die Bewohner des »Mondtals« in Ägypten, die unter dem giftigen Staub einer Zementfabrik leiden. Chantal Pinzi dokumentierte marokkanische Reiterinnen bei der traditionellen Tbourida, einer Kavallerie-Choreografie, an der erst seit 2004 Frauen teilnehmen dürfen. Halden Krog zeigte in Simbabwe eine erschossene Elefantenfamilie, deren Abschuss zur Bestandsregulierung genehmigt wurde, was Tierschutzorganisationen scharf kritisieren.
Diese vielfältigen und tiefgreifenden Arbeiten unterstreichen die Bedeutung des Fotojournalismus für die Dokumentation globaler Ereignisse. Alle ausgezeichneten Bilder und Serien sind auf der Website des World Press Photo Contest zu finden und bieten einen eindrucksvollen Einblick in die Welt des vergangenen Jahres.



