Autorinnen beherrschen die Belletristik-Shortlist für den Leipziger Buchpreis
Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse hat die Nominierten für die Auszeichnung 2026 bekanntgegeben. In der Belletristik-Sparte zeigt sich ein deutliches Bild: Vier Autorinnen und nur ein männlicher Autor aus Österreich stehen auf der Shortlist. Die nominierten Werke führen die Leser durch Welten von Kasachstan über die Hamburger Reeperbahn zur Nazizeit bis hin zu Österreich im 20. Jahrhundert.
Vielfältige Geschichten und literarische Welten
Die Juryvorsitzende Katrin Schumacher beschrieb den Auswahlprozess als intensive Auseinandersetzung mit der Gegenwartsliteratur. „Wir haben uns durch Welten gelesen und diskutiert, haben uns Können und Experiment, Leidenschaft und Kunst als Wegmarken gesetzt“, erklärte Schumacher. Die Auswahl umfasst sowohl etablierte Namen als auch ein Debüt.
Zu den bekannten Gesichtern gehören Anja Kampmann und Katerina Poladjan, die bereits mit früheren Werken für den Preis nominiert waren. Norbert Gstrein, der einzige männliche Nominierte aus Österreich, ist ein vielfach ausgezeichneter Autor, der bereits den österreichischen Buchpreis erhielt. Die 1993 geborene Helene Bukowski zählt zu den jüngeren Autorinnen, während Elli Unruh mit ihrem Debütroman die Auswahl schaffte.
Die Belletristik-Nominierten im Überblick
In alphabetischer Reihenfolge stehen folgende Werke auf der Shortlist:
- Helene Bukowski: „Wer möchte nicht im Leben bleiben“
- Norbert Gstrein: „Im ersten Licht“
- Anja Kampmann: „Die Wut ist ein heller Stern“
- Katerina Poladjan: „Goldstrand“
- Elli Unruh: „Fische im Trüben“
Breites Einreichungsfeld und Preisgeld
Insgesamt hatten 177 Verlage 485 Werke für den Preis eingereicht, was die Bedeutung der Auszeichnung unterstreicht. Der Preis der Leipziger Buchmesse wird traditionell am ersten Messetag verliehen, in diesem Jahr am 19. März 2026. Das Preisgeld beträgt insgesamt 60.000 Euro, wobei die Sieger jeder Kategorie 15.000 Euro erhalten und alle Nominierten jeweils 1.000 Euro bekommen.
Drei Sparten werden gewürdigt
Der Preis der Leipziger Buchmesse zeichnet sich dadurch aus, dass er als einzige große Branchenauszeichnung auch Sachbücher und Übersetzungen würdigt. In der Sachbuch-Kategorie wurden fünf Werke nominiert, darunter historische Untersuchungen und gesellschaftskritische Analysen.
Bei den Übersetzungen zeigt sich ein breites europäisches Sprachenspektrum von Isländisch über Niederländisch bis Ungarisch. Fünf Übersetzerinnen und Übersetzer wurden für ihre herausragenden Leistungen nominiert, die literarische Werke aus verschiedenen Sprachräumen zugänglich machen.
Erwartungen zur Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse findet vom 19. bis 22. März 2026 statt. Die Veranstalter rechnen mit rund 300.000 Besucherinnen und Besuchern. Im Vorjahr waren bereits 296.000 Gäste zur Messe und dem begleitenden Festival „Leipzig liest“ gekommen, was einen Rekord darstellte. Die Preisverleihung bildet traditionell einen Höhepunkt des literarischen Frühjahrs in Deutschland.



