Bestseller-Autorin Ildikó von Kürthy wagt sich mit persönlichem Memoir
Die bekannte Schriftstellerin Ildikó von Kürthy bezeichnet ihr neues Werk "Alt genug" selbst als mutiges Wagnis. Anders als ihre vorherigen Bestseller wie "Mondscheintarif" oder "Eine halbe Ewigkeit", die häufig Liebeskummer und Freundschaften thematisierten, öffnet sie sich in diesem Buch auf ungewohnt intime Weise.
Ein Buch als persönliche Herausforderung
"Ich habe ein bisschen Angst vor meiner eigenen Courage bekommen", gesteht die 58-Jährige in einem Instagram-Beitrag. Das am 26. Februar im Ullstein Verlag erscheinende Memoir beschreibt nicht nur ihre Ängste, sondern zeigt auch, wie sie diese überwinden konnte. Von Kürthy fühlt sich endlich "alt genug", um über diese prägende Lebensphase zu schreiben.
Wechseljahre als Zeit der Veränderung
Die Autorin betont, dass es sich bei den Wechseljahren nicht nur um einen biologischen Prozess handelt: "Ich hatte das Gefühl, dass ich in einer Lebensphase bin, über die es sich zu berichten lohnt", erklärt sie. Diese Zeit der Reifung und Veränderung beschreibt sie als "interessante, aufwühlende und sehr schwierige Phase", die viele Frauen betrifft.
Konkrete Ängste und ihre Überwindung
In oft humorvoller Weise schildert von Kürthy ihre spezifischen Ängste:
- Höhenangst und Flugangst
- Angst vor Tunneln und Brücken
- Panikattacken seit der Schulzeit
Ein besonders extremes Erlebnis war ein Bühnenauftritt in Leipzig, nach dem die Polizei eine Autobahn sperren musste, weil sie sich nicht durch einen langen Tunnel traute. Trotz ihrer Flugangst gelang es ihr jedoch, nach New York zu fliegen und dort Abenteuer zu bestehen.
Mutproben und öffentliche Reaktionen
Um ihre Ängste zu bekämpfen, stellte sich die Autorin bewusst neuen Herausforderungen:
- Teilnahme am Heavy-Metal-Festival in Wacken, wo sie mit Freundin Saskia Fischer im Schlamm versank
- Besuch eines Persönlichkeitsentwicklungs-Festivals mit ständigen Floskeln
- Bewerbung für "Germany's Next Topmodel", die in sozialen Medien für Aufsehen sorgte
"Ich habe die Möglichkeit genutzt, auf einer relativ großen Bühne zu sagen: 'Fett, Falten, Lebenserfahrung, das fehlt hier'", reflektiert sie ihre TV-Bewerbung.
Lebenslanger Kampf mit Angststörungen
Die Autorin gibt offen zu, fast ihr gesamtes Leben an einer generalisierten Angststörung gelitten zu haben. "Eine Zeit lang bestand ich nur noch aus Angst", erinnert sie sich an die schwierige Phase nach dem Abitur. Erst vor einigen Jahren konnte sie diese mit Antidepressiva in den Griff bekommen.
Trotz zahlreicher Therapien blieb die Ursache ihrer Ängste unklar: "Das hat aber nichts gebracht. Zumindest nicht für meine konkrete Angststörung", sagt sie ehrlich. In ihrem Buch kommt sie zu einem wichtigen Schluss: "Angst zu haben, ist eine ehrenvolle Sache. Sie auszuhalten und zu überwinden, ist eine Lebensaufgabe."
Mit den Worten "Ich bin ein mutiger Mensch" beendet Ildikó von Kürthy ihr persönlichstes Werk - ein Satz, der ihr nach eigenen Angaben unendlich schwer fiel zu schreiben, aber ihre transformative Reise perfekt zusammenfasst.



