Leipziger Buchmesse 2026: Nominierungen für Literaturpreis mit weiblicher Dominanz veröffentlicht
Leipziger Buchmesse: Nominierte für Literaturpreis bekannt

Literaturereignis des Frühjahrs: Die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026

Die Leipziger Buchmesse hat die heiß erwarteten Nominierungen für ihren bedeutenden Literaturpreis bekannt gegeben. Am 19. März 2026 werden in drei Kategorien Auszeichnungen verliehen, nachdem eine siebenköpfige Jury 485 Einreichungen gesichtet hat. Die Juryvorsitzende Katrin Schumacher, Kulturjournalistin beim MDR, beschreibt den Auswahlprozess als intensive Reise durch die Gegenwartsliteratur.

Die Nominierten in den drei Kategorien

In jeder der drei Wettbewerbskategorien wurden fünf Werke nominiert, die nun um die begehrten Preise konkurrieren:

Belletristik:

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  • Helene Bukowski: »Wer möchte nicht im Leben bleiben« (Claassen, 26.02.2026)
  • Norbert Gstrein: »Im ersten Licht« (Hanser, 17.02.2026)
  • Anja Kampmann: »Die Wut ist ein heller Stern« (Hanser Verlag, 19.08.2025)
  • Katerina Poladjan: »Goldstrand« (S. Fischer, 27.08.2025)
  • Elli Unruh: »Fische im Trüben« (Transit, 01.09.2025)

Sachbuch/Essayistik:

  • Marie-Janine Calic: »Balkan-Odyssee, 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa« (C.H. Beck, 15.10.2025)
  • Ines Geipel: »Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung« (S. Fischer, 11.03.2026)
  • Jan Jekal: »Paranoia in Hollywood. Wie die USA exilierte Künstler erst retteten und dann verfolgten. 1941–1953« (Matthes & Seitz Berlin, 26.02.2026)
  • Ulli Lust: »Die Frau als Mensch: Schamaninnen« (Reprodukt, 09.02.2026)
  • Manfred Pfister: »Englische Renaissance« (Galiani Berlin, 09.10.2025)

Übersetzung:

  • Ulrich Faure übersetzte aus dem Niederländischen »Das Lied von Storch und Dromedar« von Anjet Daanje (Friedenauer Presse, 28.08.2025)
  • Tina Flecken übersetzte aus dem Isländischen »Eden« von Auður Ava Ólafsdóttir (Insel, 28.10.2025)
  • Manfred Gmeiner übersetzte aus dem Spanischen »Unten leben« von Gustavo Faverón Patriau (Droschl, 22.08.2025)
  • Timea Tankó übersetzte aus dem Ungarischen »Die Aussiedlung« von András Visky (Suhrkamp, 28.10.2025)
  • Petra Zickmann übersetzte aus dem Katalanischen »Ich gab dir Augen, und du blicktest in die Finsternis« von Irene Solà (S. Fischer, 27.08.2025)

Weibliche Dominanz und wiederkehrende Nominierte

In allen drei Kategorien sind mehr Frauen als Männer unter den Nominierten vertreten. Besonders bemerkenswert ist, dass in der Belletristik zwei Autorinnen bereits zum zweiten Mal für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert sind: Anja Kampmann (zuvor 2018 mit »Wie hoch die Wasser steigen«) und Katerina Poladjan (zuvor 2022 mit »Zukunftsmusik«).

In der Übersetzungskategorie hat Timea Tankó den Preis sogar bereits einmal gewonnen – 2021 für ihre Übertragung von »Apropos Casanova« aus dem Ungarischen. Petra Zickmann, die Übersetzerin von Irene Solàs Roman, könnte ebenfalls Erfolg haben, nachdem Solà beim ersten SPIEGEL Buchpreis unter die letzten Drei kam.

Comic als Sachbuchpreis-Kandidat

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Ulli Lust, die mit ihrem Comic »Die Frau als Mensch: Schamaninnen« im Sachbuch/Essayistik-Wettbewerb antritt. Lust könnte das Kunststück gelingen, innerhalb weniger Monate zwei bedeutende Sachbuchauszeichnungen mit Comics zu gewinnen. Bereits im vergangenen Sommer wurde sie für den ersten Band ihres Projekts »Die Frau als Mensch« mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet.

Die Leipziger Buchmesse etabliert sich damit erneut als wichtiger Trendsetter in der deutschen Literaturszene, der traditionelle Genregrenzen überschreitet und innovative Formate würdigt. Die Preisverleihung am 19. März verspricht spannende Entscheidungen in einem Jahr, das von weiblicher literarischer Stärke und formaler Experimentierfreude geprägt ist.

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